Besuch von Yvette Höner, Regula Tanner, Ramona Piosik und Dominik Hunziker im Menhely Ungarn vom 30.-31.10.17

Ende Oktober 2017 durften wir vier das Menhely besuchen. Für Regula, Ramona und Dominik war es der erste Besuch im Tierheim Menhely in Ungarn und so waren diese zwei Tage bestückt mit vielen Emotionen. Das Menhely Team hat uns herzlich begrüsst und alle waren startklar für zwei intensive, arbeitsreiche Tage.

 

 

Zuerst haben wir die Quarantäne besucht und gleich dort wird es einem schwer um's Herz. Die Hunde müssen 2 Wochen ausharren und auf ihr Schicksal warten - wer überlebt und wer nicht, zeigt sich in diesen zwei Wochen Quarantäne. Eine Bestimmung des Staates, denn es könnte ja sein, dass ein Hund vermisst wird und er wieder abgeholt wird? Illusion....denn wir glauben nicht, dass je ein Hund, welcher in der Qurantäne landete, je vermisst wurde. Junge, alte, scheue und neugierige Hunde warten hinter den Gittern. Tolle Hunde, welche das Schicksal hart getoffen hat.

Als erstes wurde ein Fundhund gebracht. Ein kleiner Welpe, total verängstigt und somit schwierig aus der Transportbox zu nehmen, da sie ihre Angst zeigte und zuschnappte. Doch wer konnte es ihr übel nehmen. Dominik gab ihr gleich einen Namen und so heisst dieser Neuzuwachs "Schnüggeli". Dominik konnte nicht anders und teilte gleich mit, dass falls Schnüggeli die Zeit der Quarantäne überlebt, dass sie zu ihm in die Schweiz als Pflegehund kommen darf. Das nennt man den Sechser im Lotto, zum richtigen Zeitpunkt angekommen.

Danach begaben wir uns zum Rundgang durch das ganze Areal, sodass sich alle ein Bild machen konnten. Die gebauten Zwingerdächer wurden bestaunt, dem Neubau Mentsvar einen Besuch abgestattet, die grossen Langzeitkennels begutachtet, die beschlagnahmten 49 Hunde angeschaut, die Tierheiminsassen begrüsst und neue Projekte geplant.

Der Nachmittag wurde genutzt, dass Dominik Hunziker (Hundetrainer, hunde-energie-trainer) Hunde begutachtet und beurteilt. Dies lief bestens ab, da Misi voll mit einbezogen wurde, welcher die Tiere am besten kennt. Verschiedene Helfer haben uns die Hunde gebracht. Manchmal einzeln, dann im Rudel, dann mit kleinen Hunden zusammen etc. Dominik hatte alle Hände voll zu tun und Ramona hat das Protokoll geführt. Wir alle waren sehr beeindruckt, wie die Hunde schon nach kleinen Korrekturen, den Einfluss von Dominik annahmen. Trotz der kurz bemesster Zeit konnte Dominik viele Beurteilungen vornehmen und somit unsere Hunde besser beschreiben. Wir hoffen dadurch, die Hunde noch besser einzuschätzen, um ihnen das richtige Zuhause zu finden.

Der kalte Wind fegte durch unsere Kleider und wir waren froh kurz vor unserem Abendessen einen warmen Tee zu geniessen. Das Abendessen wurde dazu genutzt, mit einer Dolmetscherin über unsere Anliegen, Verbesserungen und Projekte zu sprechen. Die neuen Projekte werden nun kalkuliert und demnächst auf unserer Homepage eröffnet.

Am nächsgen Tag gingen wir früh ins Tierheim und mussten gleich eine Euthanasie erleben. Ein kleiner, namenloser Junghund, welcher am Abend zuvor ins Tierheim gebracht wurde. Leider litt er an Parvo und dies war sein Todesurteil. Es zerbricht einem das Herz dies mit zu erleben. Taurig sein Blick, anonym gestorben, nie eine Chance bekommen!

Leider war dies nicht die einzige Euthanasie an diesem Tag. Auch für Gyurka-2 war es der letzte Tag. Er war einer der beschlagnahmten Schäfer vom Januar 2016. Er war leider einer, welcher die Vergangenheit nicht loslassen konnte. Er hatte gelernt zu beissen, aus dem Nichts. Er kannte nichts anderes. Die Entscheidung war da und wir alle hatten Tränen in den Augen. Vielmals schaffen wir es, einen Hund mit schlechter Vergangenheit zu resozialisieren, doch bei Gyurka gab es keine Hoffnung mehr. Wir werden ihn immer in unseren Herzen tragen und hoffen, dass er nun seinen Frieden finden kann.

Während unserer Arbeit, operierte Dr. Gyula (Tierheim Tierarzt) viele Hunde. Sei es Kastrationen, Einschläferungen, Erstversorgungen oder auch Begutachtungen. Ein weiterer Hund in der Quarantäne, welcher nun kastriert wurde, hatte eine äusserst brutale Verletzung. Er wurde im Beckenbereich stranguliert und dadurch wurde sein Penis aus der Haut gerissen. Diese Operation steht nach der Quarantänezeit fest und wir hoffen, dieser Rüde hält durch und darf bald die Sonnenseiten des Lebens kennenlernen. Dieser Anblick, dieses Quälen war auch für uns nicht leicht verdaubar.

Noch viele weitere Hunde wurden beurteilt und zuguterletzt war noch Zeit um mit Hunden spazieren zu gehen. Das hat uns allen viel Spass gemacht und gezeigt, wieviel Freude die Hunde haben, wenn sie für ein paar kleine Momente aus dem Tierheim kommen. Die Augen sprechen Bände und für uns gilt es zu hoffen, dass ihnen viele Schweizer ein neues Zuhause schenken. Wir bewundern die Arbeit des Teams vor Ort und sind stolz unseren Teil als animal-happyend beitragen zu dürfen!