Besuch von Yvonne Fiedler, Yvette Höner, Ramona Piosik und Elisabeth McDermott vom 3.-4.6.19

Wir wussten schon im Vorfeld, dass diese 2 Tage intensiv, spannend, emotional und mit vielen Erfahrungen gespickt sein werden. Für Elisabeth war es die erste Reise ins Menhely und für sie war es eine Erfahrung, welche sie nie mehr missen möchte.

Früh am Morgen ging’s in Zürich los und gleich bei der Ankunft im Tierheim waren wir alle bereit für den Einsatz. Wir waren bei den Alltagsarbeiten des Menhely Teams dabei, konnten die Abläufe beobachten, selber mit anpacken und das Vorgehen optimieren. Das Team vor Ort besteht inzwischen aus 14 Personen und Andi Biro (Tierheimbesitzerin) hat durch Sandor (Shanji) endlich eine gute Arbeitskraft an ihrer Seite gewonnen. Shanji wird von allen Mitarbeitern geschätzt und als Chef akzeptiert, was für Andi eine Erleichterung in ihrem Leben bedeutet. Shanji’s Lohn wird durch animal-happyend finanziert und wir sind stolz darauf, dass diese Spende Früchte trägt und auch für alle Tiere eine Optimierung darstellt.

Tibi ist ein relativ neuer Mitarbeiter, der seit bald einem Jahr mit den scheuen und eher ängstlichen Hunden arbeitet. Es war für uns eine wahre Freude, ihn bei der Arbeit zu beobachten. Er lernt den Hunden Halsbänder und Leinen zu tragen und wenn sie soweit sind, üben sie das Spazierengehen. Dazu benutzt er die drei neuen  grossen Ausläufe, welche durch die Schweiz finanziert wurden. Somit können die ängstlichen Hunde Schritt für Schritt an die Umwelt, Menschen und andere Hunde herangeführt werden.

Für manche Hunde bedeutet das ein langer Weg, andere wagen diesen Schritt schneller.

Ramona nimmt immer wieder solche Pflegehunde bei sich in der Schweiz auf. Sie weiss aus Erfahrung, dass es sich auf jeden Fall lohnt, diesen speziellen Vierbeinern eine Chance zu geben. Curtis zum Beispiel, welcher in Ungarn kaum aus sich herauskam, machte bei ihr von Anfang an enorme Fortschritte und und hat in der Zwischenzeit ein tolles Zuhause gefunden.

Die zwei Dogwalkers sind immer im Einsatz, gehen mit den Hunden spazieren oder bringen sie in die grossen Ausläufe über der Strasse. Auch dieses Projekt, welches animal-happyend erst vor anderthalb Jahren ins Leben gerufen hat, wird umgesetzt und ist ein riesiges Plus für alle Tiere.

In den zwei Tagen kamen sieben neue Hunde ins Tierheim. Sieben neue Schicksale, welche uns stark berührt haben. Was haben sie alles erlebt! Man kann es förmlich von ihren Augen ablesen. Bei der Ankunft werden die Tiere sogleich auf einen vorhanden Chip untersucht (bei allen leider erfolglos), sie erhalten die erste Impfung und von jedem wird ein Eingangsfoto erstellt. Leider kommt nun die zweiwöchige Quarantäne, was für die Hunde Stress, Einsamkeit, Hilflosigkeit und langes Warten bedeutet.

Andi bekam Besuch vom lokalen TV-Sender und durfte dabei auf die Missstände vor Ort aufmerksam machen. Diese Arbeit, die Leute zu sensibilisieren, damit sie nicht einfach wegzuschauen, ist enorm.

Es ist von grosser Bedeutung, dass die Menschen wissen, dass sie gefundene Tiere oder jene, welche nicht mehr erwünscht sind, ins Menhely bringen können und sollen.

 

 

Als der Tierarzt Dr. Gyula am Vormittag ins Tierheim kam, konnten wir drei Kastrationen beiwohnen und mit ihm währenddessen über Optimierungen sprechen. Seine neue Tierarztassistentin Hella ist uns von Anfang an sehr sympathisch. Sie weiss, was zu tun ist und packt überall mit an. Wir hoffen, sie bleibt uns noch lange erhalten.

Misi wird immer wieder gerufen, wenn tote oder verletzte Tiere auf der Strasse gefunden werden. Am Dienstagmorgen war es ein totgefahrenes Reh, welches er in die Station brachte. Leider Alltag und trotzdem sehr traurig mitanzusehen, wie es in die Kadaverstelle gebracht wird. Zwei Mal pro Monat kommt ein grosser Laster, um diesen Container zu leeren. Der Gestank ist enorm und auch den geübten Mitarbeiter geht das sehr nahe und sie flüchten vor dem entsetzlichen Verwesungsgestank.

Tagein, tagaus setzt sich Misi für die Sozialisierung jener Hunde ein, welche Mühe haben, sich in einer Gruppe zurechtzufinden. Es ist beeindruckend, wie er mit den Hunden umgeht und sie ihn alle respektieren. Ein Pfiff - und Ruhe herrscht auf seinem Uebungsplatz. Er arbeitet meistens mit Listenhunden, welche sowieso ein sehr schweres Los aufgrund ihrer Rasse haben.

Verletzte Hunde gibt es viele und es wird vor Ort entschieden, welcher Weg der beste sein könnte: Vor Ort zu operieren, in eine Klinik in Budapest zu überweisen oder einzuschläfern. Diese Entscheidungen sind hart, und oft auch mit vielen finanziellen Anforderungen verbunden. Schnell kostet auch hier eine Operation – zum Beispiel für eine Kniescheibe - je nach Grösse des Hundes sechs- bis neunhundert Franken. Wir sind dankbar für jede Spende, welche wir für die medizinische Versorgung unserer verletzten Tiere erhalten. Aktuell sind grosse Kosten für Hilda, Baro, Boro und Csoko zu erwarten.

Wenn Yvonne und Yvette mit Norbi und Andi durch das Tierheim laufen, ist klar ersichtlich, dass immer laufende Reparaturen anstehen. Die Betonböden in den Zwingern sind zerstört und sollten neu betoniert werden. Die Abtrennungen in den jeweiligen Kennels müssen ständig erneuert werden und leider ist dies eine never-ending-story. Was wir jedoch mit Freude mitteilen können, ist, dass jeder einzelne Kennel nun ein Dach besitzt! Daran wurde in den letzten zwei, drei Jahren enorm gearbeitet. Wir danken allen Beteiligten von ganzem Herzen.

Wir freuten uns auf unser Treffen mit PHS (Pfotenhilfe Sauerland, DE), welche mit sechs Leuten für eine Woche in Ungarn weilte. Es waren gute, konstruktive Gespräche und wir sind alle froh, mit PHS einen tollen Partner in Deutschland zu haben.

Zurzeit hat es ca. 40 Welpen in der Station. Manche mit Mamis, manche ganz alleine. Es sind herzzerreissende Anblicke und es gibt nur einen Weg, diesem Elend entgegenzuwirken: Die Ungarische Bevölkerung davon zu überzeugen, dass sie ihre Hunde kastrieren sollen. Das Menhely und animal-happyend setzen alles daran, die Leute dafür zu sensibilieren.

Wir danken Ihnen liebe Leser, liebe Freunde, Gönner und Spender von animal-happyend, dass Sie stets an unserer Seite sind. Ohne Sie könnten wir nicht weiterkommen, nichts erreichen. Wir sind stolz auf Andi und ihr Team und wir sind glücklich, in diesen zwei Tagen so viel erreicht zu haben. Mit viel Elan sind wir zurück in der Schweiz, die Köpfe voller neuer Ideen!

Ihr animal-happyend Team

Mitarbeiter Menhely