Erfahrungsbericht von Arnika neu Reja aus Ungarn
Publiziert: Mittwoch, 04.10.2023
Am 17. Februar 2021 nahmen wir Raja, eine damals ca. 14. Mnonate alte Malinois-Schäfermischlingshündin, in Wädenswil in Empfang.
Die Rückfahrt nach Basel verlief sehr gut und Rena hat sogar ein wenig geschlafen, da dass wir schon etwas entspannter waren, da wir ja nicht sicher waren, wie sie auf uns reagieren würde. In Basel angekommen, wollte sie am Anfang jedoch zuerst nicht in den Hauseingang hinein und dann auch nicht die Treppe hinauflaufen. Als wir mit ihr dann das erste Mal rausgehen wollten, wollte sie auchnnicht runterlaufen. Die Treppe runtergehen war für sie am Anfang sogstressig, dass sie sich nicht einmal mit Futter locken liess. Dazukam, dass sie sich nur sehr ungern tragen liess. Wir brauchten daher mehrere Tage und viel Geduld, bis sie ohne Probleme in das Haus hineinging und die Treppe hoch- und runterlief. Sie wurde aber sehr Schnells tubenrein und hatte keine Angst vor uns. Sie wurde eher sehr schnell anhänglich und folgte uns innerhalb der Wohnung, wenn wir von einem Zimmer ins andere gingen,.
Wie zu erwarten, wollte sie draussen auf Spaziergängen am Anfang alle Essensreste vom Boden fressen, die sie finden konnte. Dies bedeutete für uns zu Beginn, grossen Stress, da bei uns in der Gegend sehr viele Sachen herumlagen, und Raja etwa auch alte Kaugummis frass, welche in den meisten Fällen für Hunde giftige Splitte enthalten. Mit einem Fokus-Training auf unrund einem "Nicht fressen" Kommando bekamen wir dies jedoch je länger desto besser im Griff. Das Reza ihr Futter aus der Schüssel erst auf Kommando fressen durfte, hat sicher auch dazu beigetragen, dass sie schnell eine gewisse Impulskontrolle entwickelt hat. Zu Hause hat sie aber zu Beginn auch versucht Essen von der Küchenablage zu klauen (unter anderem Äpfel), wenn ir in einem andere Zimmer waren. Dies konnten wir aber auch bald abgewöhnen.
Wie wir durch die Videos von Raja bereits erahnen konnten, ist Raja ein sehr submassiver und unsicherer Hund. In Situationen mit vielen Einflüssen (stark befahrener Strasse mit Tram und Menschen) zeigte sie sehr starkes Meideverhalten - sie wollte am liebsten wegrennen, machte sich klein und schaut hektisch herum. In gewissen Situation kamen aber auch die -w wohl rassentypischen - Merkmale (Malinois = Fight) zum Vorschein. Ab dem vierten Tag hat sie angefangen in gewissen Situationen (z.B. bei Vorbeifahrt eines Trottinets oder bei Menschen, die sich "komisch" verhielten etc.) zu bellen und nach vorne zu gehen um die Menschen zu vertreiben. Auch zu Hause hat sie einen starken Verteidigungsdrang entwickelt und jedes Mal , wenn jemand an der Wohnungstür vorbeilief, oder zu Besuch gekommen ist, gebellt. Mit Hilfe von Gegenkonditionierung und durch das Abnehmen der Verantwortung ist dies über die Zeit immer besser geworden. Doch auch heute gibt es immer noch wenige Situationen, wo Raja aus der Haut fährt. Wir vermutet, dass diese Situationen mit schlechten Erfahrungen aus Ungarn zusammenhängen. Wir sind etwa acht Monate, nachdem Raja zu uns gekommen ist, aus der Stadt weggezogen, in einer ruhigeren Wohnung mit Garten und in Waldnähe. das hat die Situation für uns alle entspannt, da die Umgebung nun viel reizarmer ist und Raja nun mehr zur Ruhe kommt. Auch gerade hinsichtlich der Hitze im Sommer, unter der Raja sehr leidet, war der Umzug von Vorteil, da es am neuen Ort nachts viel besser abkühlt und es bei den Spaziergängen im Wald viel kühler ist. Zudem hat sie hier einige gute Hundefreunde gefunden, mit denen sie regelmäßig spielen kann.
Gegenüber Hunden hat sie von Anfang an keine Aggressionen gezeigt, beziehungsweise war sie immer sehr submassiv. Am Anfang war ihr Interesse an anderen Hunden sehr gross, und sie hätte am liebsten mit jedem Hund in Sichtweite interagiert und gespielt. Dank viele Training können wir jetzt aber ohne Probleme an anderen Hunden vorbeigehen.
Als sie sich etwas bei uns eingelebt hatte (nach ca. 3 Wochen) besuchten wir bei der Hundeschule ProCane die Junghundegruppe mit ihr, wo Sies eheschnell viele Fortschritte gemacht hat. Dazwischen hatten wir einige Einzelstunden bei unseren Hundetrainerin genommen, um Unterstützung bei den oben genannten Schwierigkeiten zu holen. Raja und wir machten so schnell Fortschritte, dass wir nach 2 Monaten in die Alltags- und Begegnungsgruppe der Hundeschule wechseln konnten. Neben der Hundeschule begannen wir mit der Objektsuche (Suche von versteckten Feuerzeugen) und dann später mit Obedience und Mantrallincg. Rassentypisch ist Raja bei allen drei Hundesportarten sehr motiviert dabei und macht sehr schnell Fortschritte. Der Hundesport hat auch geholfen, Raja mehr Selbstvertrauen zu geben und Ihr Misstrauen gegenüber unbekannten Menschen abzubauen. Beim Obedience bereiten wir und jetzt auf Dienste Prüfung (Beginners) vor. Wenn wir nicht gerade Hundesport betreiben, gehen wir mit ihr längere Spaziergänge machen oder wandern. Wir haben auch Canicross ausprobiert, aber Freja hat hierbei bisher nicht so viel Motivation gezeigt. Wir mussten aber neben der Auslastung von Raja auch von Anfang an schauen, dass sie genug zur Ruhe kam, um sich genügend zu regenerieren und Stress abbauen zu können. Am besten kann sie entspannen, wenn sie neben uns auf dem Sofa liegt oder auf ihrem Bett, wenn wir im gleichen Zimmer sind und ruhig etwas erledigen. Sehr viel Stress bereitet ihr noch, wenn sie allein bleiben soll oder auch einer von uns beiden weggeht, wobei sie sehr gut allein im Auto bleiben kann. Das Alleinlassen ist sicher noch ein Punkt, den wir weiterhin trainieren müssen.
Leider mussten wir in den letzten 1,5 Jahren immer wieder zur Tierärztin. Als Mitbringsel aus Ungarn hatte Raja leider Babesiose mitgebracht. Das Medikament, welches 2 Mal innert 2 Wochen gespritzt werden musste, sehr brannte, mussten wir nachher immer wiederhole dass eine Behandlung anstantzur Tierärztin, um die schlechte Erfahrung zu neutralisieren. des Weiteren hatte Raja eine Giaardien-Infektion und eine weitere Darminfektion, welche be3ide nur mit Antibiotika behandle werden konnte. Auch an den Pfoten und an verschiedenen Stellen auf der Haut hatte sie Probleme. Sie hatte auch immer wieder Entzündungen des dritten Augenlieds. Im Moment ge3ht es ihr jedoch abgesehen von rissigen Pfotenballen gut.
Raja ist unser erster eigener Hund. Wir hatten in unserer Kindheit jedoch beide schon mi tHunden zu tun (Grosseltern, Patenhund). Bevor wir Raja bei uns aufgenommen haben, informierten wir uns über Hundeerziehung mit Bücher und Videos und waren bei einer Züchterin. des Weiteren haben unsere Wohnung so umgestaltet, dass sie so hundesicher wie möglich war, haben eine Hundeschule herausgesucht, das nötige Material besorg und unsere Arbeits-/Uni-Pensen aufeinander abgestimmt, damit wir die Betreuungszeiten abdecken konnten. Da Raja mit verschiedenen "Schwierigkeiten" zu uns kam, hat sich die Vorbereitungen allemal gelohnt. Neben der Hundeschule haben wir uns aber auch seither weiter mit dem Thema Hundeerziehung und Hundetraining befasst, in dem wir eine dreiteiliges Seminar über Hundekommunikation besucht und weitere Bücher Gelsen haben.
Trotz allen Schwierigkeiten und Herausforderungen sind wir sehr froh Raja in unserem Leben zu haben und würden sie nie wieder hergeben. Wir sind zu einem guten Team zusammen gewachsen, welches stetig Fortschritte macht und lernen jeden Tag etwas neues. Wir möchten int mehr missen, dass sie spielerisch auf unseren Armen hermkaut, sich auf dem Sofa an uns kuschelt, freudig-erwartungsvoll neue Kommandos lernen möchte oder einen kleinen Baum im Mault ragend hinter uns über den Waldweg tapst.
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