Erfahrungsbericht über Pino-3 aus Ungarn

.09.2018

An ALLE von animal-happyend, in Ungarn und in der Schweiz, die dazu beigetragen haben, dass Pino – 3 zu uns kommen durfte:

Märchen beginnen oft mit …es war einmal…
Wann die Geschichte von Pino begann, wissen wir nicht genau. Aber der Anfang seines Lebens war wohl dunkel und schwer und es schien, als ob es ein frühes Ende seines Hundelebens gäbe.

In einer Tötungsstation in Ungarn weggesperrt, in grosser Angst, Ungewissheit und Hoffnungslosigkeit.
Aber manchmal geschehen noch grosse Wunder auf Erden, auch für Tiere. Nämlich dann, wenn zweibeinige Engel ins Spiel kommen. Solche Engel müssen es gewesen sein, die Pino aus der Tötungsstation geholt haben und nach Kecscemet ins Tierheim von animal-happyend brachten.

Schon lange wünschten sich unsere Töchter (20,19,16) einen Hund, aber mein Mann sträubte sich sehr dagegen. Im Frühling dieses Jahres sass ich mit meiner Jüngsten beim Spazieren am Ufer des kleinen Flusses bei uns im Tal und wir sprachen über den Hundewunsch. Wir fassten eine Vision: Ein Hund kommt in unsere Familie! Dazu suchten wir einen Stein aus dem Flussbett und fanden einen in einer Herzform. Dieser Stein lag dann gut sichtbar im Treppenhaus und immer wenn wir zwei daran vorbeigingen, stärkten wir durch das Anschauen unsere Vision.

Im Mai verschwand eine unserer beiden Kater und der zurückgebliebene Oscar suchte seinen Freund wochenlang. Da wir auch diesmal unseren Nachbarn hinter dem Verschwinden vermuten, (die 3. Katze innerhalb von 4 Jahren) fanden wir, jetzt ist es genug. Keine weitere Katze mehr.

So schien die Zeit reif für einen anderen Vierbeiner. Die 19jährige stiess im Netz auf die Seite von animal-happyend und schickte mir das Foto von Pino. Es machte bei mir im Herz sofort „klick“ und ich wusste, wenn einen Hund, dann DIESEN.

Wir füllten den Antrag aus, bezogen meinen Mann mit ein, der zu unserem Erstaunen nicht dagegen war und erhielten Besuch von Nina Hoch und ihrer Schwester für das Erstgespräch. Schnell war entschieden, dass wir Pino haben dürfen und dann waren wir schon sehr aufgeregt.

Zu Hause wurde alles vorbereitet, Futter und Leinen gekauft und wir warteten ungeduldig bis zum 22. August. Als der Transporter in Wädenswil endlich vorfuhr und die Türe aufging, sah ich Pino sofort. Er hatte die Box gleich hinter dem Fahrer und schaute mich an. Er war ganz ruhig und bellte nicht – er schaute nur. Er wurde erst nach vielen anderen Hunden aus der Box geholt. Pino bekam unsere Leine und einen Tracker und war sehr sehr aufgeregt. Er wollte nicht fressen, nicht trinken, sich nicht versäubern. So setzten wir ihn schnell ins Auto und fuhren nach Hause. Nach einer Stunde hatte er es endlich geschafft, er ist zu Hause bei uns eingetroffen.

Es dauerte lange, bis er aus dem Korb kam, in den wir ihn setzten. Er hechelte und schnupperte und war sehr sehr gestresst. Die ersten beiden Tage gingen wir nur in den Garten, damit er sich versäubern konnte. Aber der Stresspegel ging nicht herunter. Am dritten Tag kam unsere Hundetrainerin und Hundetherapeutin, die uns empfahl mit Pino zu laufen. Kurze, aber häufige Spaziergänge. Das haben wir auch gemacht und es wurde etwas besser. Nach einer Woche begannen wir mit der Hundeschule und es wurde von Tag zu Tag besser. Pino lernte superschnell Sitz, Platz und Stop und es ist spürbar, dass er alles richtig machen will. Wenn er sich über sich selber aufregt, beisst er sich in die Hinterläufe. Wir waren deswegen beim Tierarzt, der meinte, wenn der Stress vorbei sei, hört das auch auf.

Und so ist es auch. Nur noch ganz selten ist das zu sehen, immer ausgeglichener und ruhiger wird Pino und er schläft auch sehr gut. Die ersten drei Wochen verbrachte ich auf dem Sofa, sagte auch meine Weiterbildung ab, um den Hauch Sicherheit den er inzwischen mit mir verband, nicht zu zerstören. Mittlerweile schläft Pino mit uns im ersten Stock auf seiner schönen Decke im Gang und noch sind die Türen alle offen.

Zu unserem Kater Oscar ist er sehr lieb, er legt sich vor ihn hin und wedelt mit dem Schwanz. Aber Oscar ist noch etwas beleidigt, er findet das neue Familienmitglied noch nicht so toll. Nase an Nase waren sie schon und wir sind zuversichtlich, dass auch die beiden sich aneinander gewöhnen werden.

Im Moment unterstütze ich Pino noch mit homöopathischen Mitteln und freue mich über jeden Fortschritt den er macht. Morgen ist Pino 4 Wochen bei uns und nicht mehr wegzudenken.

Er hat sich so toll gemacht! Der Tierarzt schätzt ihn viel jünger als drei Jahre ein und auch die Hundetrainerin meint, dass er vielleicht nur 1 ½ Jahre sei, so wie er sich verhält. Egal. Hauptsache er ist gesund und das ist er. Er mag Musik (wenn mein Mann Klavier spielt), aber spielende, lärmende Kinder oder Schulkinder auf dem Schulweg mag er gar nicht. Dann knurrt er und bellt. Auch Geräusche aus Metall lassen ihn noch zusammen zucken, dann hat er Angst.

Die Hundetrainerin ist begeistert, wie schnell Pino lernt. So dürfen wir schon bald mit anderen Hunden auf Lernspaziergänge mit und nachher im Freilauf in ihrem Gehege toben. Seine Kondition wird immer besser (meine auch) und so können wir schon schöne Spaziergänge bei uns unternehmen.
Mit Fressen ist er sehr sparsam, das Meiste will er vergraben. So sind mittlerweile 9 Schweinsohren und 5 Dentalsticks im Garten verbuddelt.

Sehr speziell war der Moment, als ich Pino das Hundegeschirr abnahm und wenig später das Halsband mit dem er in die Schweiz gekommen ist, um sie durch das Neue, das wir gekauft haben zu ersetzen.
Er wollte zuerst nicht, dass ich es abnahm. Dann schnupperte er daran, als ob seine ganze Identität, seine Existenzberechtigung daran hinge. Ich liess ihm Zeit und beobachtete ihn. Es schien, als wolle er sich verabschieden davon und dafür bedanken. Das hat mein Herz stark berührt und die Mitarbeiter in Kecskemt sollen wissen, dass auch wir alle denjenigen unglaublich dankbar sind, die unseren Pino gerettet haben.
Ich denke so oft daran, wenn er vor mir herläuft! Ich bin so dankbar, dass ausgerechnet dieser Hund zu uns gekommen ist. Es fühlt sich total richtig an.

Der Platz am Flussufer wo die Vision begann ist auch eines der Lieblingsplätze von Pino. Ich fand dort einen zweiten Herzstein in der Farbe seines Fells. So sind sie, die Zeichen des Universums. Es ist alles in Ordnung und die Vision hat sich erfüllt.

Und so wünsche ich mir wie am Ende der Märchen, dass auch wir ein langes und gesundes Leben zusammen haben werden. Und hoffe, dass das Geschirr und Halsband, das ich zurückschicken werde, einem anderen Hund auch zum happy end verhelfen wird.

DANKE! DANKE! DANKE!

Ganz herzliche Grüsse und mit unglaublicher Bewunderung für Eure Arbeit und Herzenseinsatz in tiefer Liebe zu Pino,

Claudia Siegenthaler aus Unterwasser, Schweiz

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