Erfahrungsbericht von Bubble-2 neu Jimmy aus Ungarn
Publiziert: Freitag, 03.03.2023
Jimmi ist am 25.02.2022 in der Schweiz mit dem Transporter angekommen. Ach wir waren ja sooo gespannt was für ein Wesen wir uns da in unsere Familie holen. Wir waren gespannt, wie ihm die Reise bekam, ob er aufgeschlossen ist oder ängstlich, mag er unsere Kinder, welche zu diesem Zeitpunkt 5 und 3 Jahre alt waren…und noch vieles weitere ging uns durch die Köpfe.
Auch die Kinder waren aufgeregt. Alles wurde vorbereitet, natürlich auch die Kinder.
Wir erklärten ihnen, dass sie zuerst noch bei der Grossmutter sind und dann wenn wir etwa 3-4 Stunden mit Jimmy schon zuhause angekommen sind, sie dazu stossen werden. Für einige mag das komisch klingen, denn die Kinder gehören ja zur Familie… das stimmt, unser Gefühl sagte jedoch, es ist für Jimmy sicher besser wenn er zuerst in aller Ruhe ohne «trubble» ankommen kann und sich umsehen darf ohne dass die Kinder hinterher laufen oder wir sie ständig ermahnen müssen vor lauter Freude.
So nun kam da der Transporter und Jimmy wurde herausgebracht. Wir waren hin und weg und Jimmy wohl auch. Er war total aufgeregt und ich würde sagen sein Verhalten sonst, hat er bis heute beibehalten. 😊
Er ist ein total aufgestellter, neugieriger, beschützender und manchmal doch etwas unsicherer Vierbeiner. Er hat uns alle sofort ins Herz geschlossen wie auch wir ihn.
Jaja wie es natürlich kommen musste, trotz guter Vorbereitung, kamen dann die Kinder an und etwas später in einer kurzen unaufmerksamen Sekunde meinerseits auf unseren Junior geschah es. Die Spielzeugkettensäge, welche ordentlichen Lärm macht wurde betätigt, direkt bei Jimmy.
Ach du schreck!! Ja diesen hatte wohl ich am meisten, denn Jimmy nahm es easy und interessierte sich dafür überhaupt nicht. Das hätte definitiv in die Hose gehen können umso mehr sind wir froh dass dies nicht der Fall war.
Jimmy bekam auch gleich eine ungarische vierbeinige Freundin, die gehen durch Dick und Dünn von Anfang an. Das hätten wir uns so nie träumen lassen.
Die ersten zwei Monate hatten wir recht zu kämpfen mit seinen ungewollten Mitbringseln von Ungarn. Ja diese Würmer waren hartnäckig doch diese haben wir schlussendlich besiegt und seit da ist er quitschfidel.
Ja auch er brauchte am Anfang etwas Zeit anzukommen, er war immer unterwegs, konnte schlecht liegenbleiben…immer auf zack. Doch seit wir umgezogen sind und er nun auch schon ein Jahr bei uns lebt, hat sich dies komplett geändert, er ist ruhiger, wir können uns bewegen und er bleibt liegen.
Leider gab es da noch so ein Vorfall mitte letzten Jahres.
Er war bei den Schwiegereltern auf dem Hof zu Besuch. Nachts um 23.30 Uhr klingelte mein Handy, zuerst nahm ich nicht ab doch dieser Anrufer sprach mir auf die Combox er habe da einen Hund namens Jimmy, zumindest gehe er davon aus denn er habe eine Marke am Halsband mit der Handynr.
Ach du Schreck!! Ich rief natürlich sofort zurück. Bis ich begriff, dass ich einen Rettungssanitäter am Telefon hatte welcher unser Hund in die psychiatrische Klinik Münsterlingen gebracht hatte und er dort wohl nun wartet auf der Akutstation bis wir ihn abholen kommen.
Ich verstand nur noch Bahnhof denn ich war eine Stunde davon entfernt zuhause und er sollte doch eigentlich auf dem Hof sein welcher nun mit dem Auto etwa 20 Minuten entfernt von der Klinik befindet. Ja da stellte sich die grosse Frage, wie kommt unser Hund vom Hof über den Rettungssanitäter in die Klinik?
Am Schluss stellte sich heraus, dass er sich im Haus befand, es ein Feuerwerkknall gab und er es schaffte vor lauter Schreck als jemand durch die Gartentür kam zu entwischen. Er rannte dann voller Panik gut 6-10 km durch bis ihn dann die Rettungssanitäter einsammelten und auf dem Beifahrersitz mit in die Klinik nahmen wo sie dann Jimmy und ihr aufgegriffener Patient abluden.
Jimmy war durch den Wind doch sichtlich erleichtert uns zu sehen. Er konnte zwei Tage nicht mehr laufen, denn er hatte wohl ziemlichen Muskelkater und alle Fussballen offen durch das lange rennen über Stock und Stein. Nochmals Glück im Unglück gehabt, das war Aufregung pur.
Funfact dazu: mein Mann und ich haben uns in dieser Klinik kennengelernt.
Auch er hat seine Macken wie: nicht zu hören wenn er nicht möchte, alle Spielsachen die irgendwie herumliegen zu zerkauen, Wienerli direkt aus der Pfanne oder sonstiges vom Tisch zu klauen. Ja auch da gäbe es noch einige Dinge mehr zu erzählen 😉 Was wir da natürlich nicht vergessen dürfen, sind die Umzugskartons welchen er die Ecken abgefressen hatte und wir nun diese dem Umzugsunternehmen nicht mehr zurückgeben konnten…die nahmen es glücklicherweise mit Humor und scherzten darüber dass er wohl nicht genügend zu Futter bei uns bekäme.
Nun was wir abschliessend sagen können, wir haben einen wundervollen, lieben und treuen Familienhund bekommen mit all seinen Macken und Flausen im Kopf lieben wir ihn und können es uns nicht mehr vorstellen ohne Ihn. Spannend ist nun der Gentest welcher sein Verhalten total bestätigt und es so ziemlich unmöglich ist zu wissen welche Rassen da drin Stecken bei einem Strassenhund. Denn wie alle vermuteten, dass er viel Terrier drin hat, kam beim Gentest raus dass er dies nicht ist sondern hauptsächlich Prager Rattler, Zwergpudel und Puli drin hat und noch ganz wenig Rauhaardackel.
Und mit diesem Wissen beende ich nun diesen Bericht und wir können sagen habt Mut euch auf einen Tierschutzhund einzulassen. Trotz aller Aufregung, Geduld und Zeit die es braucht, gibt euch dieses Wesen so viel durch totale Dankbarkeit ein Zuhause zu haben, pure Liebe, und ganz viel Freude und Erlebnisse die Ihr nicht so schnell vergessen werdet!
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