Erfahrungsbericht von Clementi neu Leela aus Ungarn

.10.2022

Wir haben im März die kleine Clementi (jetzt Leela) adoptiert. Clementi und ihr Bruder waren beide als Notfälle gekennzeichnet und durften daher auch ohne feste Familie schon zu einer Pflegestelle in die Schweiz reisen. 
Gleich am ersten Wochenende nach einreise besuchten wir die beiden Hundekinder. Sie waren extrem verstört und ängstlich und der Spaziergang ging nur vorsichtig und langsam voran.
Erst nach zirka einer Stunde, durften wir den Bruder ein wenig streicheln. Clementi liess sich nicht anfassen und passte stets auf.

Nach unserem Besuch überlegten wir lange, ob wir einen, beide oder keinen der Geschwister adoptieren können. Uns fiel auf, dass Clementi in der Dynamik eher die Bewacherrolle übernommen hatte und Corelli wiederum zutraulich, aber extrem unsicher war und wenig Selbstbewusstsein hatte. Im Internet hatten wir viel über das "Littermate-Syndrom" gelesen: Zwei Geschwister verstärken sich in ihren Unsicherheiten und diesen Eindruck hatten wir vor Ort auch. Aus diesem Grund, haben wir uns schweren Herzens dafür entschieden die Geschwister zu trennen und nur Clementi zu adoptieren. 
 
Die ersten Wochen waren sehr schwer, Clementi schlief jeden Tag auf dem Boden vor einem Spiegel und bei jedem reflektierenden Gegenstand wurde sie aufgeregt. Wir gingen davon aus, dass sie ihren Bruder gesucht hat. Clementi hatte auch vor uns Angst und wollte nicht vor die Tür gehen. Wir mussten sehr viel Geduld haben und sie immer wieder bestärken. 

Nach einigen Wochen wurde es langsam, aber sicher immer besser und Clementi lernte langsam selbstbewusster zu werden. 
Nach dem ersten Monat haben wir angefangen die Hundeschule regelmässig zu besuchen und auf Grund ihrer Lernfreude, konnte Clementi schnell lernen und mit jedem Erfolg mehr Selbstbewusstsein entwickeln. 
 
Tagsüber liegt sie unter meinem Schreibtisch im Büro (März vs. Juli). Wie man sieht, hat sie gesund zugelegt. 

Heute, zirka 8 Monate später ist Clementi eine typische Junghündin: Extrem verspielt, verschmust und lernbereit. 
Sie rennt auf jeden neuen Hund freudig zu und unsere Spaziergänge müssen immer länger werden, um ihrer Ausdauer gerecht zu werden. 
 
Sie ist ein sehr lustiger Hund und wir haben jeden Tag viel Spass mit ihr. Im Gegensatz zu früheren Hunden ist sie viel verschmuster und zeigt ihre Zuneigung oft und mit vollem Enthusiasmus. Wenn ich morgens aus dem Schlafzimmer komme freut sie sich so sehr, dass sie auf das Sofa springt, mich zum kuscheln einlädt und voller Freude auf mir rumklettert und laut jault. 
Sie hört zudem sehr gut, ist abrufbar und möchte schäferhundtypisch gefallen. Zu Anfang hatte sie vor allem vor meinem Partner angst, doch aus das ist langsam besser geworden und beide kommen auch gut zurecht, wenn ich mal beruflich im Ausland bin. Im Juli waren wir ausserdem im Urlaub und ein Familienmitglied hat sich um sie gekümmert, das hat auch gut geklappt. 

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