Erfahrungsbericht von Egon-3 und De Vito aus Ungarn
Publiziert: Montag, 10.02.2020
Schon als kleines Kind liebte ich alle Tiere, von Spinnen über Käfer, Schweine, Gänse, Papageien, Katzen und Hunde, einfach alles was mir über den Weg lief. Wenn jemand ein Tier quälte oder es vernachlässigte und ich dem machtlos gegenüber stand, war ich tagelang deprimiert. Ich bin mit Hunden aufgewachsen und ich verwöhnte diese natürlich nach Strich und Faden. Ein Leben ohne die ge-liebten Fellnasen konnte und kann ich mir nicht vorstellen.
Zum Glück lernte ich (vor langer Zeit!) einen jungen Mann kennen, der ebenfalls ein grosser Tierfreund ist. In seiner Familie galten die Hunde wie bei uns als vollwertige Familienmitglieder. Damit war klar, dass wir bei der Familien-Gründung einen Vierbeiner einplanten. Es wurden dann zwei Golden Retrievers, die zu ausgeprägten Lieblingen unserer beiden Kinder wurden.
Unsere Tochter, Seraina, kennt Yvette Höner (Mitgründerin von animal-happyend) von Kindheit an. Und natürlich auch ihre Organisation, sodass sie vor ein paar Jahren einen allerliebsten spanischen Strassenhund namens Stella (vormals Sueca) adoptierte. Auf Grund dieser guten Erfahrung besuchte ich dann die Website https://www.animal-happyend.ch/ regelmässig und stiess dort eines Tages in der Rubrik «Die Vergessenen» auf Egon. Ich sah seine Fotos und schaute den traurigen Film an und - da war es um mich geschehen. Ein paar Minuten später hatte ich meinen Mann überzeugt, dass dieser verstörte Hund, der wohl anderweitig keine Chance gehabt hätte dem Leiden zu entrinnen, zu uns kommen musste.
Egon war bereits 8 lange Jahre im Tierheim in Ungarn eingesperrt und stark traumatisiert. Souveräner Chef in unserer Familie war damals und ist auch heute noch ein sehr lieber, ruhiger Australian Labradoodle namens Spike, und wir vermuteten, dass er einen geeigneten Therapeuten für den armen, verlorenen und verunsicherten Schlucker abgeben würde. Und - es funktionierte!!!! Egon hat sich bei uns schnell eingelebt und entwickelte sich zu einem absolut problemlosen Hund. Wohl ist er immer noch scheu fremden Hunden gegenüber, aber er liebt Spike über alles und hat sich ihm - als seinem grossen Manitou - intensiv angeschlossen.
Wir sind sehr glücklich über unseren Entscheid. Egon ist ein unglaublich lieber Hund, und es freut uns wie aus diesem angsterfüllten, gebrochenen Vierbeiner ein glücklicher, ausgeglichener Hund geworden ist. Und wir haben besonders Freude daran, dass er seine ursprünglich angstvolle und daher ablehnende Haltung verloren und zu uns Vertrauen gewonnen hat.
Im Film "Egon- vom Vergessenen zum Glücklichen" haben wir Egon's Start in sein zweites Leben etwas festgehalten.
https://www.animal-happyend.ch/erfahrungsberichte-details/items/egon-vom-vergessenen-zum-gluecklichen.html
Wunderbar ist zudem, dass sein «grosser Manitou Spike» ihn jederzeit beschützt und ihm die manchmal etwas aufsässigen fremden Hunde vom Leibe hält. Diese Erfahrung mit Egon war für mich der Einstieg in die animal-happyend-Organisation. Ich hatte den Wunsch, möglichst vielen armen Fellnasen zu helfen, auch einen «Platz an der Sonne» zu finden, wo sie umsorgt und geliebt werden wie Egon das erlebt hat und immer noch geniesst.
Auch der alte Charlie (rechts, vormals De Vito) war Mitglied unserer Familie. Als Notfallhund aus Ungarn, der unter Artrose litt, nicht mehr gut hörte und nur noch wenig sah, haben wir ihn ebenfalls zu uns genommen, um ihm einen schönen und ruhigen Lebensabend zu bieten. Charlie war ein anhänglicher und ein grosser Schmusehund. Er genoss die Gesellschaft von Spike und Egon und auch Stella (links, ebenfalls von animal-happyend), und man konnte ihm ansehen, dass er sich in ihrer Gegenwart pudelwohl fühlte. Wir sind glücklich, dass Charlie noch fast zwei Jahre lang die schönere Seite des Lebens geniessen konnte und unsere Liebe und Fürsorge erleben durfte.
Charlie war trotz seiner «Handycaps» ein fröhlicher Senior, der uns täglich seine grosse Lebensfreude zeigte.
Leider kollabierte er kurz vor Weihnachten und wir mussten ihn am 25. Dezember 2020, 12-jährig, schweren Herzens gehen lassen.
Ich arbeite nun seit zwei Jahren ehrenamtlich bei animal-happyend und freue mich mit meinem Einsatz im Telefondienst dazu beizutragen, dass viele resignierte Kreaturen eine Chance bekommen, Geborgenheit in einer eigenen Familie zu finden. Ich bin sehr dankbar ein kleines Rädchen in einer engagierten Tierschutz-Organisation zu sein, die bei der Vermittlung ihrer Hunde genau darauf achtet, dass die oft arg malträtierten und die unbehüteten Hunde eine optimale Zukunft erwartet.
Verena Mettler
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