Erfahrungsbericht von Jano-5 neu Chili aus Ungarn

.01.2023

Wie alles begann…
Als ich damit begann, mich auf der Website von AH umherzuschauen, hatte ich mich in einen anderen Hund verguckt, der jedoch kurz darauf reserviert war. Meine Enttäuschung war gross.
Aber Vre Mettler, unsere Freundin und unsere Betreuerin, machte uns auf CHILI aufmerksam und meinte, wir sollen ihn uns doch ansehen, er würde gut zu uns passen. Ehrlich gesagt, fand ich ihn zu klein und im Verhältnis zu seiner Grösse hatte er zu kurze und zu krumme Beine.

Besuch im Tierheim Tellen, Bischofszell…
Auch wenn ich nicht gerade euphorisch war, wollte ich ihn trotzdem einmal «fühlen» und schauen, was er in mir auslösen wird.
Zwei Tage nach seiner Einreise in die Schweiz gingen mein Mann und ich ihn besuchen und konnten eine halbe Stunde mit ihm laufen gehen. Er war sofort zutraulich. Wenn wir auf die Knie gingen, um ihm zu streicheln, wollte er sofort auf unsere Beine klettern und seinen Kopf zwischen unsere Beine und unter unsere Arme drücken. Er wollte einfach nur gestreichelt werden und war sehr anhänglich!
Ich mochte ihn sofort, mein Mann hingegeben war immer noch skeptisch und hatte einige Vorbehalte betreffend das Vorleben von CHILI.

Bei uns Zuhause…
Schlussendlich konnte ich mich durchsetzen, auch mit Hilfe von Vre, und wieder 2 Tage später, am 13. April 2022, haben wir unseren CHILI zu uns geholt. Im Auto hat er tief geschlafen. Ohne Probleme ist er in den Lift gestiegen und als er in die Wohnung kam, hat er sich benommen, als hätte er schon immer bei uns gewohnt. Er war ruhig, hat nichts angeknabbert, nichts in die Schnauze genommen, ist weder auf das Sofa noch ins Bett gesprungen, hat alles nur genau angesehen und das war’s schon. Er hat sofort auf seinen neuen Namen gehört und zu unserer angenehmen Überraschung war er schon stubenrein.
CHILI war von Anfang auf mich fixiert. Da mein Mann leider aus gesundheitlichen Gründen nicht viel und weit gehen kann, übernahm er die Aufgabe der Fütterung und Fellpflege.
Während den ersten 2 bis 3 Monaten gab es jedoch auch unschöne Momente, immer dann, wenn ich kurz weg musste und CHILI mit meinem Mann alleine zuhause war. Es scheint, dass CHILI in seinem Vorleben schlechte Erfahrungen mit Männern gemacht hat, denn er war anfänglich eher skeptisch meinem Mann gegenüber (was vielleicht auf Gegenseitigkeit beruhte) und es gab Momente, wo er seine Lefzen etwas hochgezogen und seine Zähnchen gezeigt hat. Er hat aber nie geschnappt.
Nicht nur für CHILI, auch für mich war diese Situation nicht leicht, denn ich liebte CHILI von Anfang an. Doch auch diese Hürde war bald genommen und unterdessen geht es gut mit den beiden. Manchmal hat CHILI noch kurze Momente, wo er ihm gegenüber kurz unsicher ist und ihn dann mit einem "gehetzten" Blick anschaut. CHILI ist nach wie vor immer noch sehr auf mich fixiert und läuft mir auf Schritt und Tritt nach.

Draussen, unterwegs …
Nach etwas mehr als einem Monat konnte ich CHILI schon von der Leine lassen, er kam immer sofort zurück und hat mich auch nie aus den Augen gelassen. Beim Freilaufen ging es mit anderen Hunden auch immer besser, unterdessen verträgt er sich mit den meisten. Bei kleinen Hunden war ich am Anfang sehr vorsichtig, aber unterdessen bin auch ich lockerer und es geht auch mit diesen recht gut.
Heute nach 9 Monaten - mit mehr Selbstbewusstsein und Sicherheit auf seiner Seite - funktioniert der Rückruf nicht immer, vor allem nicht, wenn er etwas in der Nase hat (kann ihn im Wald und am Waldrand nicht freilassen), oder wenn er eine Katze sieht, an einem Mausloch buddelt, oder er etwas zum Fressen gefunden hat. Mal sehen, wie es sich weiterentwickelt, wenn sein Selbstvertrauen noch grösser wird…
CHILI ist weder ängstlich noch schreckhaft, hat keine Angst vor Gewittern oder Knallereien (1. August u. Silvester), rennt keinem Jogger und keinem Velofahrer hinterher, Kinder sind ihm egal und man kann ihn überall hin mitnehmen, sei es ins Restaurant, oder auf Besuche bei fremden Leuten zuhause.
Ich würde ihn als «pflegeleicht» beschreiben, was ich nie im Voraus gedacht oder erwartet hätte. Bis zum heutigen Tag mag er jedoch keine braunen Hunde (egal welche Grösse) sowie auch Töff’s oder Töffli, da dreht er fast durch.
 
Hundeschule…
Seit Mai gehen wir in die Hundeschule und CHILI macht es sehr gut. Er lernt sehr schnell, jedoch bellt er auch viel in dieser Stunde, was nicht immer angenehm ist. Würde ich mehr mit ihm üben, wäre er wohl so gut, dass man ihn als Streber bezeichnen könnte. Die Hundeschule tut uns beiden gut.
 
Fazit…
Ich liebe unseren CHILI sehr! Mir ist jeden Tag bewusst, dass ich mit ihm ein Riesenglück habe! Er bringt mir so viel Freude, wenn wir laufen gehen, zusammen am Boden kuscheln und vieles, vieles mehr! Ich habe es keinen Tag bereut, auch wenn er kurze und krumme Beinchen hat 😊. Trotzdem gibt es noch Augenblicke, die jedoch sehr selten sind, da ist er abwesend, schaut in die Leere oder ist unsicher. Vielleicht denkt er an seine Vergangenheit, wer weiss. An dieser Stelle nochmals ein grosses Dankeschön an unsere Betreuerin Vre, die uns CHILI praktisch «aufgeschwatzt» hat.

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