Erfahrungsbericht von Lissy aus Ungarn

.06.2020

Am Donnerstag wird es ein Jahr her sein, dass Lissy zu mir gekommen ist. Eine liebe, freundliche  Wuschelihundedame. Kluge dunkle Äuglein und ein Ringelschwanz, der wie ein Fähnchen hinter ihr schwebt und meist in Bewegung ist.

Im Pass steht „Mix“. Ich bin mir heute aber sicher: Lissy ist ein Mudi mit Lampiohren und etwas kürzeren Beinen. War da ein Dackel beteiligt?

Seit unserem ersten, gemeinsamen Tag bleibt sie an meiner Seite, auch ohne Leine. Sie ist stubenrein und ist bemüht, mich zu erziehen. Sie hat viel Geduld, ist Unbekantem gegenüber vorsichtig und machmal bellt sie sogar.
Mit Vorsicht meine ich: hinsetzen, beobachten, überlegen, abwarten. Das kann eine ganze Minute dauern. Wenn die Situation gut durchgedacht ist, reagiert sie wieder aufs rufen und kommt. An der Leine gilt das nicht. Da läuft sie vertrauensvoll mit.

Mit dem Futter ist es unkompliziert. Sie bekommt Trockenfutter als Basis. Oft schaut sie mich an: für mich? Wirklich? Dann wird gegessen. Sie liebt Brot, Kartoffeln - wenn etwas Butter dabei ist - fein!  Essensreste schmecken ihr allgemein. Zugehörigkeitsgefühl oder ihr Futter der ersten sieben Jahre?
Mehligkochende Kartoffeln und etwas Butter haben sich auch bei Durchfall bewährt.
Und Joghurtbecher auslecken - ein Genuss.
Ihre Wurmtablette ist mit etwas Käse ganz schnell verschwunden.
Problem ist nur: ich kann ihren Äuglein schwer wiederstehen. Obwohl ich selbst keine Gutsi mittrage, hat sie das Betteln entdeckt.

Bei einem Spaziergang der Töss entlang hat sie eine Wurst (eine ganze) geschenkt bekommen. Freude herrschte! Ich musste sie an die Leine nehmen, weil sie von allen Leuten treuherzig etwas erwartete und nachsehen wollte. Jetzt, nach zwei Monaten sind wir wieder im „Normalen“.

Interessant finde ich bei ihr: das erste halbe Jahr ist sie nur im Wohnzimmer geblieben.
Küche nein, ins Badezimmer nur sehr vorsichtig, den Keller meidet sie immer noch.
Lissy ist kein Wohnungshund. Mir zuliebe bleibt sie im Haus - draussen wärs schöner - aber allein?? Vermutlich Mudicharakter.

Und das ist auch unser Problem: sie kann nicht allein zuhause sein. Panik! Die Haustüre zeigt die Spuren: tiefe Kratzer an der Schmalseite (Türe aufmachen!). Mir wurde geraten Alleinsein zu üben. Sie hat gelernt, aber nicht das Alleinbleiben, sondern aufpassen ob ich mich anziehe um wegzugehen.
Lösung Gartenhag: wie eine Katze; wo der Kopf durchgeht, da passt auch Lissy durch - trotz dickem Bäuchlein.
Wenn sie mich dann nicht findet (Suche bis Bushaltestelle), wartet sie vor der Haustüre auf meine Rückkehr. Das wäre ja auch eine Lösung - wenns keine Autos gäbe.....
Apropos Auto - da steigt sie selbst ein und bleibt ruhig und geduldig drinn. Vermutlich riechts nach „daheim“.

Nun werde ich angestupst: Essenszeit!
Also schliesse ich - liebe Grüsse 🙂🐕‍🦺

E.Farkas und Lissy

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