Erfahrungsbericht von Nubya aus Ungarn
Publiziert: Mittwoch, 11.01.2023
Liebes Team von Animal Happyend, auch wenn wir Nubya 2020 über die Pfotenhilfe Sauerland adoptiert haben, wollte ich Euch einmal kurz erzählen, wie sie sich und wir uns gemeinsam entwickelt haben. Nubya kam am 15.04.2020 endlich bei uns an, 2 Wochen später als geplant, da wegen Corona kurz vor dem geplanten Transport die Grenzen nach Ungarn dicht gemacht wurden. Die Pfotenhilfe Sauerland hat eine Alternative gefunden, so dass wir nur weitere 2 Wochen länger warten mussten als ursprünglich geplant.
Kurz vor der Abreise erhielt ich einen Anruf, dass Nubya sich noch Giardien eingefangen hatte, wir also entsprechend vorsorgen sollten und mussten.
So sind wir dann ausgerüstet mit Gummihandschuhen, Haushaltsrollen und deutlich mehr Kotbeuteln losgezogen als geplant. Morgens um 6 uhr ging es in Richtung Marsberg, die Aufregung war groß und unsere Zweifel, ob das jetzt so richtig war, wurden mit jedem Kilometer, den wir dem Ziel näher kamen, größer. Gegen 10 Uhr bekamen wir Nubya also in den Arm gedrückt und konnten uns wieder auf den Heimweg machen. Unsere Befürchtung, Nubya würden nach dem langen Transport nicht ins Auto steigen wollen, bewahrheitete sich Gott sei Dank nicht - im Gegenteil: Sie sprang freudig in das Auto, meine Tochter hat sich zu ihr auf den Rücksitz gesetzt und was soll ich sagen? Nubya hat sich eng an meine Tochter gedrückt, sich streicheln lassen und hat geschlafen - der Transport war vermutlichauch eine Tortur, der Giardienbefall kam ja noch dazu. Wir haben nur eine kurze Pause gemacht und waren gegen 15 Uhr wieder daheim.
Auto fahren findet sie immer noch toll, sie freut sich schon, wenn wir in Richtung Parkplatz gehen und springt ins Auto. Sie sitzt in der Mitte und schaut meistens vorne mit raus. Sie liebt den Strand, findet aber Wasser richtig schlimm. Sie lernt unglaublich gern und schnell, aber nur wenn sie will. Will sie etwas nicht, dann will sie es ums Verrecken nicht. Sie ist unglaublich freundlich mit Menschen - auch wenn sie erst mal bellt und knurrt, eigentlich will sie gestreichelt werden und wenn sich jemand von ihre Getue nicht abschrecken lässt, dann stellt sie sich so hin, dass man ihr den hinteren Teil des Rückens kraulen kann. Natürlich war und ist die Hundeschule unser Begleiter, nicht mehr täglich, aber wir haben eine tolle Hundeschule gefunden, in der man Kurse genauso machen kann wie Übungsstunden.
Lediglich Leinenbegegnungen und dynamische Hunde findet Nubya richtig blöd, was sie auch zeigt und dazu neigt, diese Hunde zu maßregeln, da ist sie dann "gnadenlos" - dass sie schnüffelt, ist ok, wenn der andere das gleiche möchte, ist das oft etwas ganz anderes. Sie ignoriert aber die meisten Hunde einfach - Freunde hat sie wenige, aber die liebt sie dannauch heiß und innig.
Nubya hat unser Leben sehr bereichert, nach den anfänglichen Zweifeln und ob es die richtige Entscheidung war/ist, einen Hund, den wir gar nicht kannten, sondern uns auf Erzählungen verlassen mussten, zu adoptieren, ist die große Liebe geworden - um ehrlich zu sein, hat das gar nicht besonders lange gedauert ;-).
Nubya hat nie Anstalten gemacht, uns zu beißen, im Gegenteil: Sobald sie merkt, dass sich irgendein Teil von uns in ihrer Schnauze/zwischen ihren Zähnen befindet, beendet sie von selber das Spiel. Sie hat schnell gelernt und verstanden, dass wir ihre Grenzen akzeptieren und diese nur im Notfall (z.B. Untersuchungen, Duschen wegen Wälzen in irgendetwas Totem o.ä.) überschreiten. Dies lässt sie dann über sich ergehen und straft uns dann kurzfristig mit Nichtachtung. Aber damit kann ich leben.
Am vergangenen Wochenende waren wir an der Ostsee und sie hat gezeigt, dass unsere Bindung in den vergangenen Jahren sehr eng geworden ist: Wir waren mit einer Freundin unterwegs und weil ich etwas erledigen musste, hatte ich die Freundin gebeten, sie kurz zu halten, aber wegen eines/einer total aufgedrehten Mops' oder Französischen Bulldogge in unmittelbarer Nähe, was wegen der Rasse und der Aufgedrehtheit schon zu Theater geführt hat, hat sie sich aus dem Halsband gewunden (mein Fehler, ich hatte den Sitz nicht noch einmal geprüft). Sie hat dann erst mal dem Mops/der Französischen Bulldogge die Leviten gelesen und ist dann hinter mir her und hat mich gesucht, zielstrebig hat sie zuerst da geguckt, wo wir vorher zum Essen gesessen hatten. Natürlich fand ich es nicht so großartig, dass sie abgehauen war, aber froh, dass sie ganz klar nach mir gesucht hatte.
Nubya zeigt uns jeden Tag, dass es die beste Entscheidung unseres Lebens war, sich für einen Hund und speziell für sie zu entscheiden. Meine Tochter hat bei der Auswahl genau den richtigen Hund für uns gefunden. Sie zeigt uns oft unsere wirkliche Stimmung erst an, sie zeigt uns, dass wir in vielen Dingen klarer sein und werden müssen und ist gnadenlos, wenn sie uns zeigt, wo ihre und unsere Grenzen sind.
Sie ist unglaublich kuschelig und genießt es, sich den Bauch kraulen zu lassen, ist unglaublich gelehrig und "wissbegierig". Sie lernt schnell und gern und ist ein tiefenentspannter Hund, der von Anfang an stubenrein war und auch von Anfang an problemlos allein bleiben konnte. Menschen findet sie im Grundsatz toller als Hunde. Hunden geht sie eher aus dem Weg, neigt bei Begegnungen, bei denen sie nicht die Bestimmerin ist, zu Überreaktionen, ist in ihrer Kommunikation mit Hunden aber auch klar. Frei nach dem Motto: Wer nicht hören will, muss fühlen.
Ich weiß nicht, ob Euch das alles interessiert, aber ich wollte Euch auch einfal mal ein Feedback zumindest zu unserem Hund geben, dass das, was Ihr tut toll ist und Eure Arbeit bewunderswert ist.
Viele Grüße aus Norddeutschland
Kommentare
Einen Kommentar schreiben