Erfahrungsbericht von Pif aus Ungarn
Publiziert: Montag, 11.01.2021
Am Vorabend des Tages, an dem ich Pif in Wädenswil abholen durfte, überkam mich urplötzlich Bammel. „Ab Morgen wirst Du einen Hund haben!“ hallte es in meinem Kopf, einhergehend mit Gefühlen der Besorgnis, dieser Aufgabe auch gerecht zu werden.
Die ersten 2 Wochen schien Pif noch etwas verhalten und müde. Sein Schwanz hing ewas schlapp herunter, und ich wunderte mich, dass er auf den Spaziergängen nie markierte.
Als Pif sich jedoch von den Reisestrapazen und den grossen Umstellungen in seinem Leben erholt hatte, lebte Pif auf und wurde von Tag zu Tag freudvoller.
Da ich in einer ländlichen Umgebung wohne, konnten wir direkt ab Haustür wunderschöne, ausgedehnte Waldspaziergänge machen, auf denen ich ihn bald schon von der Leine liess, um zu sehen, wie er sich ohne Leine verhält.
Pif trabte von Beginn an interessiert an seiner Umgebung vor mir her, blieb jedoch nach ca. 6-10 Metern stehen, schaute sich zu mir um und wartete bis ich ihm nahe war, bevor er wieder voraus trabte.
Wenn ich ihn rief, kam er zuverlässig zu mir zurück - ganz ohne es speziell trainiert zu haben.
Es zeigte sich, dass Pif sich generell an mir orientierte: wenn immer ich ihm verständlich genug mitteilte, was ich von ihm möchte, hat er dies aufgenommen und so innert Kürze „Sitz“, „Platz“, „Komm“, „Warte“, „Schschschscht!“ (etwas unterlassen) gelent.
Das Leinenlaufen brauchte etwas längere Übungszeit, aber nun bin ich die meiste Zeit sehr zufrieden mit seiner Leinenführigkeit. Nur wenn er sehr aufgeregt ist, kann es vorkommen, dass er etwas ungestüm wird und Zug auf der Leine ist.
Ich weiss jedoch, dass ich diesen stattlichen Hund von 36kg immer halten kann: sogar die Härteprobe bestand ich, als Pif ein paar Mal einer Katze hinterher springen wollte und vergass, dass er an der Leine ist.
Mittlerweile kann ich mit einem scharfen „Nein!“ bewirken, dass er keine Sprünge macht, wenn er eine Katze sieht :)
Pif ist mir mit seinem sanften Wesen sehr ans Herz gewachsen: trotz seiner beeindruckenden Grösse und seinem vor Energie strotzenden Geist, hat mein Partner keine Bedenken, Pif mit seinen beiden Kindern (6 und 9 J.) spielen zu lassen.
Da ich Pif als ersten eigenen Hund erziehe und dies ohne formelle Kurse in einer Hundeschule tat, wollte ich eine professionelle Einschätzung darüber haben, ob mein Gefühl stimmt, dass ich mit Pif in Sachen Erziehung gut unterwegs bin.
So haben wir Mitte August an einer praktischen Prüfung des Nationalen Hundehalter Brevets teilgenommen - und bestanden :)
Pif hat vieles von Beginn an ohne Training gut gemeistert: Tram, Zug und Auto fahren, geduldig vor dem Einkaufsladen warten, ruhig durch die belebte SBB-Passerelle gehen, sogar in einem dicht gedrängten Bus/Tram kann Pif sich hinlegen und entspannt die Fahrt bestreiten. Das nach Draussen gehen fürs kleine und grosse Geschäft hat er innerhalb von 3-4 Tagen verstanden - da war ich sehr froh und dankbar für seine schnelle Auffassungsgabe!
Seit dem Moment, als ich Pif entgegen nehmen durfte, hat dieser freundliche Hund mir jeden Tag Freude bereitet.
Ich blicke freudig seinem ersten Geburtstag bei mir entgegen - ein weiterer Meilenstein für uns, da Pif dann ganz offiziell auch im Amicus-Verzeichnis auf meinen Namen übertragen wird.
Ich danke animal-happyend ganz herzlich für die Vermittlung dieses tollen Hundes, den ich nicht mehr hergeben werde :)
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