Erfahrungsbericht von Shiran Steiner und Judith Pauli

.07.2016

Wie Hugo (Sammy 2) ein neues Zuhause fand.

Im Alter von 3 Monaten wurde unser Hugo in einem Tierheim in Ungarn abgegeben. Glücklicherweise arbeitet dieses Tierheim in Kecskemét mit der Organisation „Animal Happy End“ zusammen und vermittelt herrenlose Hunde in die Schweiz. Genau zu jener Zeit entschieden meine Partnerin und ich, einem Hund ein neues zu Hause zu bieten. Obwohl wir uns anfänglich überlegt haben, einen Welpen vom Züchter zu nehmen, fiel unsere Aufmerksamkeit schnell und ganz bewusst auf lokale Tierheime und Vermittlungsorganisationen. Unser Umfeld riet uns von diesem Vorgehen ab und sprach von „Problemhunden“ oder einem „mutigen Entscheid“. Bestimmt war es eine emotionale, möglicherweise gewagte Entscheidung, jedoch waren wir anhand der gezeigten Aufnahmen sicher, dass wir mit Hugo einen Hund mit gutem Charakter und besten Eigenschaften adoptieren. Klar, das Wesen eines Tieres lässt sich nicht voll und ganz anhand von Videomaterial erkennen. Das Vertrauen in Animal Happy End war aber aufgrund unserer Recherchen vorhanden und so gingen wir davon aus, dass nur Hunde vermittelt werden, die auch vermittelbar sind. Als wir mit der Organisation Kontakt aufnahmen, bestätigte sich das Bild, das wir von vornherein hatten: Animal Happy End ist ein seriös geführter Verein, bei dem das Wohl des Tieres an oberster Stelle steht. Nach der ersten Kontaktaufnahme wurden wir über den Vermittlungsablauf informiert und wir machten einen Termin für ein persönliches Gespräch ab. Während diesem Gespräch stellten wir unserer Kontaktperson viele Fragen zu unserem neuen Hund und wir entschieden uns noch am selben Abend, Hugo in unser Zuhause aufzunehmen.


Am 7. März 2016 war es soweit. Hugo kam in die Schweiz. Obwohl er von der Reise sichtlich erledigt war, schien er zufrieden und wohl auf. Wir brachten unseren neuen Schützling nach Hause, wo wir ihn zunächst für einige Stunden in Ruhe liessen. Wir erkannten schnell, Hugo war ein sehr schüchternes, scheues Hundekind, das viel Zuneigung und Bestätigung benötigt. Mehrere Tage verkroch er sich im Badezimmer und erkundete die Wohnung nur in der Nacht, oder wenn wir einmal schnell aus der Wohnung mussten. In den ersten drei Tagen versäuberte er sich überhaupt nicht. Als wir uns bereits Sorgen um seine Gesundheit machten, verrichtete der scheue Rüde im Badezimmer seine Notdurft, wobei dies das einzige Mal war, das er in die Wohnung machte. Überhaupt schien Hugo relativ gut auf das Leben mit Menschen vorbereitet. Er konnte an der Leine laufen, war von Beginn an stubenrein und hatte nie Probleme mit anderen Hunden oder Zweibeinern. Dies war umso erstaunlicher, weil Hugo im Alter von 3 Monaten im Tierheim abgegeben wurde und seine Welpen- und Junghundzeit unter schwierigen Bedingungen verbracht hat. Überhaupt ist er, sobald er seine Scheu abgelegt hat, ein sehr neugieriger Hund, der unglaublich schnell lernt. Es mag sein, dass Hunde aus dem Tierheim mehr Zuwendung und Führung brauchen, als andere. Für uns war dies jedoch kein zentraler Aspekt, da wir uns bewusst waren: ein Hund will sowieso gefordert und geführt werden. Egal, ob er aus einem Tierheim im Ausland kommt, oder nicht. Vernachlässigt man das Tier, hat dies Verhaltensschwächen und Probleme zur Folge. Da wir selbstständig sind, begleitet uns Hugo jeden Tag von morgens bis abends. Von Anfang an haben wir ihn Konsequent überall hin mitgenommen. Sei es beim Autofahren, beim Besuch im Restaurant, im Geschäft oder bei Kunden: der Hund ist stets dabei. Letztlich zahlte sich die Geduld aus. Unser Hugo hat sich von einem Häufchen Elend in ein selbstbewusstes Tier verwandelt, das alle Lebenssituationen bravourös meistert. Wir werden mit ihm demnächst den Junghundekurs absolvieren, wo er das Hunde Einmaleins lernen muss. Darüber hinaus möchten wir gerne mit Agility beginnen, da ihm das flinke Herumspringen durch hindernisreiches Gelände scheinbar sehr gut gefällt. In den Sommerferien möchten wir mit Hugo wieder ans Meer fahren, da ihm das buddeln und herumtollen im Sand sehr gut gefallen hat.

Wir sind Animal Happy End für die Vermittlung von Hugo sehr dankbar. Wir haben in ihm einen treuen Freund gefunden, der mit uns die Höhen und Tiefen des Lebens teilt und ein fester Bestandteil der Familie geworden ist.

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