Esther und Hopihe berichten
Publiziert: Dienstag, 24.04.2018
12.04.2018: Wir erreichen um ca. 08.30 einen grossen Parkplatz in Wädenswil. Etliche Leute sind schon dort versammelt, spannungsgeladen und erwartungsfroh. Um ca. 9 Uhr rollt der Transporter auf den Parkplatz, auf den Alle gewartet haben. An Bord sind 29 Hunde aus dem Tierheim Menhely in Ungarn. Dank der Tierschutz-Organisation „animal-happyend“ haben sie alle ein neues Zuhause gefunden und werden sehnlichst erwartet.
Bald schon spielen sich rührende Szenen ab. Ein Hund nach dem anderen, jeder ein absolutes Unikat, darf seine Box verlassen und wird seiner neuen Familie übergeben. Ein kleiner Junge umarmt seinen Hund so liebevoll, ein anderer Ankömmling knutscht seine Familie gleich mal tüchtig ab. Andere sind noch scheu, ängstlich, aber jeder Hund hat einen Platz, sei es bei Adoptiv- oder vorübergehend bei Pflegeeltern. Hopihe und ich dürfen als erweitertes Empfangskomitee unsere Nachbarn Ruth und Andreas begleiten, die ihren „Shaggy“ abholen.
Aber jetzt will Hopihe berichten, was sie an diesem Tag alles erlebte, und was sie sonst noch bewegte. Sie kam im November 2015 aus dem selben Tierheim, ebenfalls dank der Vermittlung von animal-happyend, in die Schweiz.
Hat meine Muddie einen Knall? Es ist fünf Uhr morgens und ich soll aufstehen? Aber ich hab keine Wahl, wir ziehen bald schon los und ich darf mich in Gipsys Auto setzen. Gipsy ist ein Freund von mir, aber er darf nicht mit, nur ich. Ich bin etwas unruhig, keine Ahnung was mich erwartet.
Exgüsi, ich heisse „Hopihe“, auf Deutsch „Schneeflöckchen“. Aber ich habe noch viel mehr Namen, Hoppeli, Schnäggi, Schätzli, Härzli, bei Bedarf auch Säuniggel. Hopihe werde ich eigentlich nur noch genannt, wenns ernst ist.
Ich bin eine sehr niedliche kleine gebürtige Ungarin der einzigartigen Rasse „Labrackel“. Kennst Du nicht? Ganz einfach, ich bin mit grösster Wahrscheinlichkeit zusammengesetzt worden aus einem Labrador und einem Dackel!
Dort, wo ich aussteige, sind viele Hunde, die ihre Menschen mitgebracht haben. Bald lerne ich einige von ihnen kennen, einfach alles liebe und nette Kumpels. Naja, bin ja selber auch ein ganz lieber Kumpel!
Und ihre Menschen, die riechen ja einfach unwiderstehlich! Einigen gebe ich zu verstehen, dass ich als Vorkosterin für die Köstlichkeiten in ihren Jackentaschen gerne zur Verfügung stehe. Liebevoll verziere ich ihre Hosen mit makellosen weissen Abdrücken meiner süssen Pfötli, Wolfskin kanns nicht besser. Eine Frau sagte, sie würde ihre Hose nie mehr waschen. Aber es hat alles nichts genützt, ich bekam nichts. Die wollen wohl alles selber verputzen!
Und dann begann ich zu verstehen. Das laute Ungetüm auf Rädern, in dem auch ich einst in einer Box stundenlang reisen musste, kam angerollt. Darin sind sicher viele Hundli, die ich unbedingt begrüssen will. Aber ich muss den Menschen den Vortritt lassen. Die vielen Vier- und Zweibeiner waren gekommen, um ihr Hundli abzuholen.
Still, ruhig und in Erinnerungen versunken stehe ich da und schaue zu. Damals hatte Pflegemama Sandra mich in Empfang genommen. Was hatte ich alles erlitten, erlebt und durchgestanden! Abgegeben im Tierheim, von einem Mann mehrfach gepiekst und dann in eine Box gesteckt. Ich hatte einfach keine Ahnung, was mich sonst noch erwartet.
Aber alles wurde gut, ich wurde von Sandra abgeholt, sie nahm mich mit zu sich, zu ihren Hunden Brujo und Ben. Mir war wohl und ich fühlte mich sicher.
Dann kam wieder so ein Ungetüm angerollt und ich wurde von zwei Fremden in eine Box geladen und das Ungetüm ratterte los. Was hab ich geweint! Warum darf ich nicht bei Sandra, Brujo und Ben bleiben? Ich wurde wieder ausgeladen und musste mit einer der Fremden mitgehen. Erst später wurde mir klar, niemals mehr wird ein Ungetüm kommen und mich wegholen.
Dann schaute ich wieder zu, wie die Kumpels ausstiegen, wie glücklich die Menschen waren. Und endlich dann kam ER, „Shaggy“, mein neuer Nachbar. Seine neue Muddie strahlte, nahm ihn in den Arm und beknutschte ihn tüchtig. Ich wurde fast schon neidisch.
Irgendwann fuhren wir dann mit Gipsys Auto zurück zu dem Ort, wo mein Bettchen ist. Dem Shaggy habe ich gesagt, dass dort auch für ihn ein Bettchen bereit ist. Und nicht nur das, er wird von seinem prima Kumpelchen Gipsy erwartet! Ich habe ihm auch noch gesagt, dass er von jetzt an niemals mehr Angst haben muss. Zum Glück kann ich noch immer ungarisch! Zuhause wurde Shaggy von Gipsy liebevoll empfangen.
Auch meine Nachbarn entschieden sich für eine Adoption durch animal-happyend und sind von A-Z begeistert. Die Abläufe sind nicht nur absolut professionell, sondern werden in erster Linie den zu vermittelnden Hunden gerecht. Animal-happyend steht Adoptionswilligen nicht nur während der Adoptionsphase bei, sondern berät und hilft, solange der Hund lebt. Er bleibt unter dem Schutz dieser grossartigen Tierschutz-Organisation und muss sich nie mehr Sorgen um seine Zukunft machen.
Hopihe und Esther Stich
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