Erfahrungsbericht über Burgi aus Ungarn
Publiziert: Montag, 08.04.2019
Burgi’s Schicksal hat viele Leute berührt, daher will ich es nicht lassen, euch über den aktuellen Stand zu informieren. Nach dem Tod von unserer geliebten Momo letzten Sommer waren wir eigentlich emotional noch nicht bereit für einen neuen Hund. Animal-Happyend hat jedoch zweimal einen Aufruf gestartet, ob man denn für Burgi nicht wenigstens einen Pflegeplatz findet, wenn schon nicht Adoptanten. Er hat sich im Tierheim nicht wohl gefühlt, sich immer wie mehr zurückgezogen und nicht mehr gut gefressen. Nach der Art und Weise wie er sich zurück ins Leben gekämpft hat, schien uns das einfach nicht fair. Es erweichte unser Herz, dem Hundemann doch wenigstens einen Pflegeplatz zu bieten.
Christoph, mein Partner, meinte schon nach ein paar Tagen, ob wir ihn nicht behalten wollen. Der Prozess dauerte dann aber doch noch ein bisschen. Darin lag erneut viel Trauerarbeit und Verarbeitung in Bezug auf Momo. Schliesslich war jedoch auch für mich klar, dass es zu hart werden würde, ihn wieder abzugeben und dass die endgültige Adoption von ihm nichts mit dem Tod und der Verabschiebung von Momo zu tun hat.
Burgi ist eigentlich im Wesen ziemlich anders als es Momo war und das ist gut so. Es stellen sich andere Herausforderungen und er hat andere Bedürfnisse. Manchmal da liegt er so auf seinem Plätzli auf der Couch, wird gestreichelt, hat einen vollen Bauch und schaut uns an. Ich glaube in solchen Momenten kann er sein Glück jeweils kaum glauben. Burgi ist wirklich dankbar und genügsam. Zum Beispiel sind wir es uns gewohnt, jeweils vor dem ins-Bett-gehen, noch ein Bisirundeli zu machen. Schon seit geraumer Zeit versteckt sich Burgi fast vor uns, wenn wir ihn um 23.00 Uhr noch aus dem Haus löcken wollen. Egal, um welche Zeit wir vom letzten Spaziergang nach Hause gekommen sind. «Lasst mich doch schlafen, es war doch so gemütlich mit euch, muss dass denn jetzt sein?» Er bringt uns oft zum Lachen, wenn er sich so benimmt, als dass man nicht so recht weiss, ob er jetzt schon ein alter Opa oder noch ein junger Hund ist.
Burgi hat einen wirklich lieben Charakter, man merkt richtig wie er uns mag. Ausser wenn wir ihn duschen müssen, dann ist es Hochverrat. Er sucht den Kontakt und orientiert sich an uns. Einzelne Sequenzen kann er nun auch schon im Freilauf geniessen und hat einen tollen Rückruf. Fressen ist eine seiner Lieblingsbeschäftigungen, die Blase hat er nun im Griff, dafür sieht es jedes Mal aus wie ein Bewerbungsvideo für das irische Steppensemble «Riverdance», so wie er rumtänzelt, wenn es Futter gibt. Er kann ohne Probleme 4-5 Stunden allein sein, macht keinen Mucks und ist auch absolut entspannt. Eine grosse Erleichterung für die Organisation des Arbeitsalltags. Manchmal scheint er es fast zu geniesse «Ach, wie schön, ein paar Stunden in Ruhe pfüselen in meinem warmen Bettli».
Natürlich haben wir mit Burgi auch noch erzieherisch einen Weg vor uns, an Kinder ist er überhaupt nicht gewöhnt, und sie flössen ihm richtig Angst ein, Hundebegegnungen sind teilweise immer noch problematisch, und manchmal macht all das Neue und Fremde einfach immer noch Angst. Wir sind zuversichtlich, dass auch das irgendwann kein Thema mehr sein wird. Die Entwicklung, die er bereits in der kurzen Zeit gemacht hat, ist ja schon bewundernswert. Wenn die Hunde im Tierheim sind, egal wie gut in einem Tierheim geschaut wird, sieht man das wahre Potential der Hunde eigentlich noch nicht wirklich, und wie sie dann innerlich wachsen, heilen und an Selbstbewusstsein gewinnen, wenn sie ein liebevolles und fürsorgliches Zuhause finden - einfach schön. Wir sind froh über die Entscheidung ihn behalten zu haben und freuen uns über hoffentlich noch viele Jahre mit ihm.
Liebe Grüsse an all die lieben Leute, welche Anteil an seinem Schicksal genommen haben. Und er ist also wirklich ein richtig schöner Hundemann geworden, mit glänzendem Fell und glänzenden Augen.
Burgi, Christoph und Anna
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