Erfahrungsbericht über Dago, neu Pepper

.01.2018

Wir haben unseren sehr ängstlichen Pepper (vorher Dago) an zweiter Stelle übergeben bekommen und hatten leider keine Gelegenheit die Aufeinandertreffen zu verfolgen. Nach den ersten Tagen ist er innerhalb der Wohnung bereits aktiver und beschäftigt sich mit Kauknochen und Spielzeug. Er mag jedoch noch nicht angefasst werden und auch draussen kann er die neuen vielfältigen Reize nur bedingt ertragen. Eine kleine Hilfe ist ihm hierbei unsere Bologneserhündin.

Ich bin mir aber sicher, dass Pepper mit viel Geduld und Zeit weiter Vertrauen aufbauen und ein ganz toller Kerl wird. Einen grossen Dank an alle vom Team für den unermüdlichen Einsatz und jegliche Unterstützung!

...In 10 Tagen ist sein Angstpegel von 10 auf, hhmm vielleicht 4 gesunken. Man könnte wirklich meinen, dass er mal in einem Haushalt gelebt hat, da ihn hier nichts zu stören scheint. Selbst vor dem Staubsauger läuft er nicht weg und beim Fernsehen schaut er interessiert in die Richtung, Treppen und Aufzug stellen kein Hindernis dar und er ruht auch tagsüber immer öfter ausserhalb der Höhle. Interessanterweise lässt er sich mit einem Stofftier überall abstreichen, Vorderpfoten, Brust und Nasenrücken sind mit der Hand kein Problem. Und wenn ich zu arg mit Luna knuddel ist er ganz aufgeregt und hat uns zwei Mal angebellt, da er wohl am liebsten mitmachen möchte aber ja noch eine kleine Restangst ihn letztendlich hindert. Der Kontakt zu meinem Partner wird auch langsam besser, manchmal läuft er noch vor ihm weg, aber sämtliche Leckereien nimmt er dann doch bereitwillig aus seiner Hand. Pepper liebt Schnee, er hat sich genüsslich auf einer Wiese in ihm gewälzt und spielt einfach ganz toll mit sich alleine. 

Sind wirklich erst 10 Tage vergangen?

...Seit nunmehr vier Wochen gewöhnt sich Pepper an sein neues Leben. Es macht uns viel Freude an manchen Tagen sein wachsendes Vertrauen zu erkennen um an anderen Tagen uns fragend anzuschauen, weil er dann gerade nicht auf Zuruf heran kommen mag oder unsicher wegläuft wenn man sich bewegt.
Was mag er in seiner Vergangenheit erlebt haben, was ihn so unterschiedlich reagieren lässt? Aber, seine Höhle benutzt er schon länger überhaupt nicht mehr und nachts möchte er lieber mit im Schlafzimmer schlafen. Wenn ich Heim komme, freut er sich aufgeregt bellend ein Loch in den Bauch. “Sitz“, „Platz“, „Warte“ setzt Pepper schon ganz gut um, ein Versuch Ihn ins Auto zu bewegen scheiterte jedoch kläglich. Er trägt nach wie vor die Leine, als ich sie ihm einmal abnahm, hätte ich grosse Schwierigkeiten sie ihm wieder anzulegen. Da braucht es noch Zeit.

Ich habe zum Verknüpfen positiver Ereignisse einen „Clicker“ gekauft, keinen sehr lauten, aber für Pepper laut genug, um sich davor zu fürchten. Also werde ich es mit einem Kugelschreiber als Ersatz versuchen. Es fällt auf, dass er sich tagsüber bereits mehr Ruhephasen nimmt und entspannen kann, jedoch ist eine gewisse Unruhe nach wie vor zu erkennen, insbesondere wenn ich durch die Wohnung gehe, läuft er mir nach und kann nicht liegen bleiben. Ab der kommenden Woche unterstützt mich eine Trainerin vom animal-happyend Team. Ich möchte mit Pepper langsam das Rückrufen üben und ruhiges an der Leine laufen.

Die letzten vier Wochen waren den einen oder anderen Tag sehr emotional, auch wollte sich mal ein Gefühl der Enttäuschung Raum verschaffen. Aber alle Gedanken und Emotionen sich für einen Strassenhund zu entscheiden waren und sind weitaus intensiver und bestärken mich jeden Tag aufs Neue, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Die nächsten Wochen werden spannend.

Herzlich 
Susanne&Tom mit Luna&Pepper aus Forch

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