Erfahrungsbericht über West aus Ungarn

.04.2019

West und uns geht es sehr gut. Er hat sich sehr schnell eingewöhnt im Sinne von, es war Liebe auf den ersten Blick. Er ist ein unfassbar menschenfreundlicher, überhaupt nicht scheuer Hund (was nicht immer ein Vorteil ist!) und er liebt es, um mich und die Kinder zu sein. Wir glauben ja, er ist in Wahrheit eine Katze, so einen verschmusten Hund wie ihn hab ich zumindest noch nie gesehen.

Er hat auch sehr viel gelernt im letzten Jahr. Die Basics, würd ich mal sagen. Er hört auf uns und befolgt so einiges. Also, wenn er will. Schwierig ist es etwa, wenn ihn draussen sein Streunertrieb überkommt. Sprich: Er haut nach wie vor immer mal ab. Allerdings kommt er nach maximal 10-15 Minuten zurück. Es wäre grundsätzlich nicht allzu besorgniserregend. Allerdings mussten wir ihn auch schon bei der Polizei abholen (er ist in ein Schulhaus gezottelt, da in ein Klassenzimmer, wo er eine Lektion lang auf dem Rücken lag und sich streicheln liess:)), das ist dann natürlich doof und teuer. Und hat zur Folge, dass wir ihn wirklich nur in der freien Natur und jaaa nicht in der Nähe der Zivilisation freilassen können. Da streicht er sogleich um die Häuser, sucht wohl Fressen und schnüffelt den Leuten an den Einkaufstaschen herum. Einmal ist er in ein Wohnzimmer reingegangen, in dem die Leute am Fernsehen waren, und hat sich ein bisschen streicheln lassen. Sie sehen: eigenwilliger Hund:)

Ich finde, West hat extrem Humor. Er kann mich wirklich zur Weissglut treiben aber eigentlich finde ich ihn vor allem wahnsinnig lustig. Und deshalb könnte ich mir auch nicht mehr vorstellen, ohne ihn zu sein. Obwohl es anstrengend ist, und wir hin und wieder mal Spazierlösungen suchen müssen. Aber es hat sich gelohnt, für ihn (obwohl es nicht scheint, als hätte er vorher ein schlechtes Leben gehabt) und vor allem für uns. Aber ich muss zugeben, dass ich mit einem schwierigen Hund, einem traumatisierten sehr an meine Grenzen käme. Es ist vielleicht so ein bisschen, wie wenn man Babys hat, die leicht und lange schlafen - oder eben nicht. Das kann man bei so einer Adoption ja nie wissen - aber wir hatten wahnsinnig Glück.

Liebe Grüsse und danke für ihre grossartige Arbeit! 

Miriam Lenz

Zurück

Kommentare
Einen Kommentar schreiben
Bitte rechnen Sie 4 plus 6.

© 2007-2026, animal-happyend, Verein für Tiere in Not