Erfahrungsbericht von Bailey-3 neu Merlin aus Ungarn

.12.2024

Obschon Merlin (ehemals Bailey-3) erst seit einem halben Jahr bei uns lebt, ist er aus unserer Familie nicht mehr wegzudenken. Er hat sich in dieser Zeit prächtig entwickelt, hat an Gewicht zugelegt und sein einst struppiges, unregelmässiges Fell ist dicht und schön geworden. Auch die Hautprobleme, mit denen Merlin damals zu kämpfen hatte, sind weitgehend verschwunden. Nicht zuletzt ist dafür wohl die Umstellung auf getreidefreies Futter verantwortlich. Leider wurde bei Merlin Ehrlichiose diagnostiziert (eine von Zecken übertragene Infektionskrankheit, die insbesondere im Mittelmeerraum vorkommt). Nach einer längeren Antibiotikatherapie ist Merlin heute zum Glück beschwerdefrei. Jedoch ist er auf einem Auge praktisch blind, was eine Folge dieser Krankheit sein könnte. Wir rätseln oft darüber, was Merlin in seinem früheren Leben schon so alles erlebt hat. Was ist der Grund, weshalb er auf der Strasse gelandet ist? Hat er lange dort gelebt? Wer waren seine früheren Besitzer?

Das grosse Vertrauen, das Merlin Menschen gegenüber an den Tag legt, zeigt, dass ihm nicht viel Schlechtes widerfahren sein kann. In ihm steckt wohl ziemlich viel Hirtenhund und vermutlich hat er früher in einem Stall gelebt. Das ist wohl der Grund, weshalb es ihn noch immer automatisch zu Bauernhöfen hinzieht. Begegnen wir auf unseren Spaziergängen Schafen, Ziegen, Kühen, Pferden oder Alpakas, flippt er vor Freude fast aus. Menschliche Behausungen hingegen waren ihm fremd und dementsprechend misstrauisch wurde am Anfang auch alles beäugt. Besonders suspekt war ihm der Fernseher. Der wurde auch schon mal verbellt, obwohl Merlin normalerweise nicht bellt. Merlin scheint es sich gewohnt zu sein, seine Entscheidungen selbst zu treffen, weshalb sich die Erziehung manchmal etwas schwierig gestaltet. Gewisse Dinge will er bis heute partout nicht einsehen. Zum Bespiel, weshalb er nicht ins obere Stockwerk darf, warum sein Platz nicht auf dem Sofa ist und wieso er auf dem Gartentisch nichts verloren hat. Zum Glück können auch wir stur und beharrlich sein. Einzig bezüglich des Gartentisches haben wir resigniert (wir haben ja noch einen zweiten).

Die Spaziergänge mit Merlin machen richtig Spass. Mit der Leinenführigkeit klappte es von Anfang an erstaunlich gut (irgendjemand muss ihm das einmal beigebracht haben) und auch der Rückruf gelingt meist ganz ordentlich. Im Umgang mit Artgenossen zeigt Merlin sich souverän, anders kann man es nicht ausdrücken. Noch nie ist es auch nur annähernd zu einer kritischen Situation gekommen, und es scheint, als würde Merlin unter seinesgleichen eine gewisse Autorität geniessen. So auch in der Hundepension, in die er einmal pro Woche geht. Er liebt es, mit anderen Hunden zu spielen und lässt keine Gelegenheit aus. Auch mitSchäferhunden, vor denen Frauchen bisher fast panische Angst hatte. Dank Merlin hat sie diese überwunden. Eigentlich ist alles perfekt, sofern man sich mit Merlin abgibt. Aber wehe, wenn man beim Spaziergang einen Schwatz abhält oder wenn die Familie im Garten zu tun hat. Dann ist nichts mehr vor Merlin sicher; weder die Leine, noch herumstehende Gartenschuhe, Topfpflanzen oder Arbeitsgeräte. Auch mit dem Alleinsein will es noch nicht so richtig klappen, obwohl Merlin schon grosse Fortschritte gemacht hat. Wurde er von seinem früheren Besitzer oft alleingelassen? Ist er deshalb vielleicht sogar ausgebüxt und auf jenem Parkplatz in Kecskemét gelandet, wo man ihn schliesslich aufgegriffen hat? Fragen, auf die es nie eine Antwort geben wird. Noch sind diese Fragen allgegenwärtig. Doch je mehr Zeit wir mit Merlin verbringen, je mehr Erlebnisse wir zusammen haben, desto bedeutender wird unsere eigene Geschichte mit diesem Hund und desto mehr rückt die Vergangenheit in den Hintergrund.

Eines ist auf jeden Fall schon mal klar: Merlin ist ein Glückstreffer! Vielen Dank, animal-happyend, dass ihr uns zu einem solch tollen Hund verholfen habt!

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