Erfahrungsbericht von Bige-2 neu Milla aus Ungarn

.01.2024

Ich bin eine von diesen die sagten: »ich würde nie einen Hund aus einem ausländischen Tierheim nehmen». Sag niemals «nie»! 
Nach 40 Jahren Rassehunden, mit welchen ich ausführlich Hundesport betrieb und sie in einen Haushalt mit freilaufenden Meerschweinchen, Hasen, Schildkröten, Katzen, mehreren Hunden und Begleiter beim Ausreiten holte, konnte ich die Welpen vom 1. Tag an problemlos integrieren. Mein Gedanke war schon damals, dass wenn ich mal nicht mehr so viele Tiere habe und keinen Hundesport mehr ausüben will, ich gerne mal einem Tierheimhund eine Chance bieten möchte, in der Schweiz haben wir ja deren genug.

Im 2022 war es dann so weit. Ich suchte zu meinen 13- und 9 jährigen Hirtenhunden einen neuen Kumpel. In Schweizer Tierheimen wurde ich nicht fündig und so gab ich im www. «Hunde suchen ein Zuhause» ein. Eine gefühlte Million Hunde erschien und ich suchte gezielt einen maximal 50 cm grossen, möglichst struppigen Hund. Nach x Fotos traf mich das Bild von «Bige-2» wie ein Blitz ins Herz. Ein Herdenschutzhund Mix, 66 cm gross, aus Ungarn! Nein das kommt nicht in Frage. Über 5 Monate versuchte ich diesen Hund aus dem Kopf zu kriegen, keine Chance. Nachdem der Transport, mit welchem Bige hätte in die Schweiz kommen sollen, verschoben wurde beschloss ich, im April 2023 mit dem Camper nach Ungarn zu fahren und den Hund selber abzuholen. Ornella Pineroli brachte mir Bige vor’s Tor des Tierheims, damit ich nicht selber dort hinein gehen musste. 

Schon die Heimfahrt verlief problemlos. Bige, welche nun «Milla» heisst, verstand sich auf Anhieb mit meinen beiden Hunden, welche ihr auch gleich zeigten, dass Camperfahren und Campen Spass macht. Die ersten paar Wochen konnte ich Milla nicht von der Leine lassen. Sie kannte weder Leinenlaufen, noch Spazieren, zeigte einen unheimlichen Jagdtrieb und musste auch noch lernen, in einem Haus zu wohnen bzw. stubenrein zu werden. Auch, dass man am Gartenzaun nicht alle Passanten anbellen darf, war nicht selbstverständlich.  Stubenrein war sie ab dem 2. Tag, Passanten unbehelligt vorbeilaufen lassen Ende der Ersten Woche, Leine laufen nach ca. 3 Wochen. 

Sie lernt unheimlich schnell, auch dank ihren beiden Vorbildern, welche aufs Wort gehorchen und sie mitziehen. Milla geniesst die täglichen Spaziergänge, zeigt ihre Freude indem sie wie von der Tarantel gestochen herumrast und ihre Freiheit geniesst; sie scheint dann zu Fliegen und ich staune immer wieder über das Tempo, welches Milla an den Tag legt. Nach dem Austoben kriegt sie vom Schmusen nie genug. Sie liebt Kinder, Erwachsene und Hunde, ist sehr sozial und mittlerweile auch nicht mehr so jagdfreudig. Bei Reh und Hase muss ich noch ein Machtwort sprechen, welches meist wirkt und sie es vorzieht, zu gehorchen. Sie läuft fast überall frei und hat eine starke Bindung zu mir. Sie will eine Gute sein und kriegt das meist auch hin, ausser ihr rassebedingter Dickkopf macht ihr einen Strich durch die Rechnung oder etwas Essbares lenkt sie ab. Wir verbrachten bereits einige Camperferien zusammen, was für Milla das Höchste ist. Dieser Hund kann richtig Lachen und das Glück strahlt aus ihren Augen. Sie ist everybody’s Darling, wickelt jeden um die Pfoten und lässt ihren Charme walten. 
Die Erziehung von Milla ist nicht schwieriger als die eines Welpen, einfach anders. Aber mit absoluter Konsequenz und der Hilfe meiner älteren Hunde, klappt es prima. Auch das alleine zuhause bleiben oder im Auto warten, ist kein Problem. Am Rückruf müssen wir noch «feilen».  
Milla ist der Hammer und ich bin so froh, über meinen Schatten gesprungen zu sein.

Herzlichen Dank «animal-happyend», dass ihr mir Milla anvertraut habt. Euer Engagement und die Adoptionsabwicklung ist vorbildlich.  

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