Erfahrungsbericht von Ella–5 aus Ungarn
Publiziert: Dienstag, 06.02.2024
Ella begleitet uns nun seit fast neun Monaten in unserem Leben – leider hat unsere gemeinsame Geschichte sehr unschön begonnen: zwei Wochen nach ihrer Ankunft sprang Ella, aus unbekannten Gründen, aus einem Fenster im 3. Stock und hat sich das rechte Vorderbein gebrochen, sowie ein Band am linken Vorderbein gerissen. Erstaunlicher – und glücklicherweise hatte sie keine weiteren Verletzungen. Der Bruch war jedoch sehr kompliziert und musste mehrfach geröntgt und operiert werden. Ella verbrachte somit ihre 3. Und 4. Woche nach ihrer Ankunft in der Schweiz bereits im Tierspital. Danach hiess es genesen: Ella musste sich sehr lange ruhig halten, damit der Bruch verheilen konnte. Aufgrund eines bakteriellen Infekts im Knochen dauerte die Heilung länger als vorerst prognostiziert. Sobald das Schmerzmittel abgesetzt wurde, wurde Ella wieder aktiver, wollte spielen, springen und ihre Umgebung besser kennenlernen - ganz normal für eine junge Hündin wie sie es ist! Mit Kopfarbeit und Ausfahrten im Veloanhänger und Besuchen an öffentlichen Plätzen mit vielen verschiedenen Gerüchen versuchten wir Ella trotz allem etwas Abwechslung zu bieten. Im Alltag hat sich Ella schnell an alles Mögliche gewöhnt: sie ist freundlich zu Menschen jeden Alters und auch Auto- und Camperfahren stellten kein Problem dar. Nur ihre pelzige Mitbewohnerin Katze Lea hat sie noch nicht ganz akzeptiert.
Die Zeit war sehr schwierig und fühlte sich an wie eine Ewigkeit, für Ella wie auch für uns. Nach vier Monaten erhielten wir vom Tierspital das OK, dass Ella wiederum leicht spazieren gehen durfte, wir steigerten uns jede Woche um 10 Minuten. Im November durfte Ella das erste Mal wieder richtig spielen, anfangs Dezember das erste Mal dann mit einem Artgenossen.
Aufgrund Ella`s Verletzung mussten wir auch mit der Grunderziehung pausieren, Kleinigkeiten konnten wir ihr natürlich auch während der Verletzung beibringen, vieles jedoch nicht, da sie sich so wenig wie möglich bewegen sollte. Ella war bereits vor der Verletzung unsicher, aber dennoch sehr offensiv bei Hundebegegnungen. Wir vermuten, dass sie durch die mangelnde Sozialisierung während ihrer Verletzung diese Unsicherheit gegenüber anderen Hunden weiter aufgebaut hat. Seit Oktober sind wir in einem Einzelcoaching und arbeiten daran Ella allein zu Hause lassen zu können (konnte leider ja auch nicht geübt werden während der Verletzung) und Hundebegegnungen besser zu managen. Ella ist und bleibt eine anspruchsvolle Hündin und wird uns auch in Zukunft challengen – mit professioneller Unterstützung und auch unserer wachsenden Erfahrung schauen wir jedoch positiv nach vorne.
Obwohl unser Weg bis anhin steinig und gefühlsmässig ein riesiges up and down war, haben wir Ella sehr in unser Herz geschlossen. Wir sind froh, dass sie sich gut von ihrer Verletzung erholt hat und hoffen, dass sie auch im Alter keine Komplikationen aufweisen wird und wir nun im 2024 unsere ersten grossen Wanderungen, Biketouren und Ferienabenteuer erleben dürfen.
Wir konnten eine Hundeseele retten, jedoch geht das grösste MERCI an Animal Happy End für die unbezahlbare Arbeit welche der Verein für Tiere in Not aufbringt!
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