Erfahrungsbericht von Frau Zaugg
Publiziert: Freitag, 24.01.2014
Genau heute vor einem Monat durfte ich meinen Samson in Empfang nehmen. Es war ein sehr intensiver Monat, in dem meine Gefühle Achterbahn fuhren. Jetzt im Rückblick muss ich mir eingestehen, dass wir in unwahrscheinlich kurzer Zeit sehr viel erreichten. Trotzdem kommt mir die verstrichene Zeit viel, viel länger vor als nur einen Monat. Aber jetzt mal schön der Reihe nach:
Die Freude war sehr gross, als ich erfuhr, dass Samson noch vor Weihnachten bei uns eintreffen wird. Voller Spannung und mit ganz viel Vorfreude kam ich am Treffpunkt an. Endlich, endlich hielt ich den süssen, kleinen Kerl in den Armen. Aber die Probleme fingen schon auf der Heimfahrt an. Als ich mit ihm hinten ins Auto steigen wollte, wehrte sich Samson heftig. Er knurrte und schnappte nach mir. Zum Glück entspannte er sich wieder etwas und wir konnten die Heimreise in Angriff nehmen.
Zu Hause angekommen, übernahm Samson sofort das Regiment. Er überwachte alles, behielt alle im Auge. Die ersten Tage stand er wie unter Strom. Alles musste er unter Kontrolle haben. Er kaute an allen Kleidungsstücken und Schuhen herum, die er erreichen konnte. Manchmal biss er auch in die Möbel. Ausserdem war er nicht stubenrein. Das Schlimmste aber war, dass er uns stets anknurrte und nach uns schnappte. Er war ein richtiger kleiner Giftzwerg! Ich durfte ihn kaum anfassen, streicheln schon gar nicht.
Die ersten zehn Tage konnte ich ihm weder Halsband noch "Gschtälti" abnehmen. Meine Freude verwandelte sich in Enttäuschung und Zweifel, auch Angst packte mich. Zum Glück hatte ich die Unterstützung meiner ganzen Familien, die mir half, durchzuhalten.
Da erinnerte ich mich an meine Kindergärtnerinnen-Ausbildung. Die Methodik-Lehrerin warf mal die Frage in die Runde: "Was macht ihr, wenn euch ein Kind nur auf die Nerven geht? Wenn ihr euch ständig über ein Kind ärgert?" Ratloses Achselzucken auf unsere Seite. Die Antwort war: "Ihr setzt euch hin, beobachtet das Kind und schreibt euch mindestens drei positive Sachen auf über dieses Kind! Haltet euch diese positiven Dinge immer wieder vor Augen,wenn ihr euch über diese Kind ärgert."
So setzte ich mich hin und beobachtete Samson. Was gefällt mir denn an ihm? Die Antworten kamen zu meiner Überraschung fast von allein:
- Samson ist sehr freundlich zu unseren Katzen.
- Er läuft sehr gut an der Leine.
- Er ist neugierig und lernfreudig.
- Er sucht eigentlich den Kontakt zu uns, weiss aber nicht recht wie, weil er bisher keine Anleitung bekommen hat.
- Er ist aufgeweckt und intelligent.
Also damit sollte doch was anzufangen sein!
Samsons Kaulust konnten wir mit einem Kauknochen pro Tag und Spielzeug unter Kontrolle bringen. Unsere Schuhe und Kleider lässt er nun meistens in Ruhe.
Er ist lernfreudig und interessiert, so verdient er sich einen Teil seiner Tagesration mit Belohnungen. Er lernt schnell! Er kennt bereits die Grundbefehle: Sitz, komm, aus, warten. Nun ist er seit einer Woche stubenrein! Wenn er sein Geschäft draussen erledigt, loben wir ihn und er bekommt eine kleine Belohnung. Unser Hundetrainer besuchte uns und gab uns uns ein paar gute Ratschläge. Zum Beispiel rät er uns, Samson ein bis zweimal täglich an seinem Platz für etwa eine Stunde anzubinden, damit er zu Ruhe kommt und einfach mal herunterfahren kann. Das hat Wunder gewirkt. Samson konnte sich endlich entspannen. Nun ist nicht mehr wie ständig unter Strom.
Das Wichtigste war: er hörte auf zu schnappen und zu knurren. Es scheint mir, als habe er sich entschieden, uns zu akzeptieren. Der Trotz ist aus seinem Blick gewichen. Er schaut einem nun interessiert, aufmerksam und lieb an. Er schmust auch gerne und lässt sich knuddeln.
Samson ist ein Rohdiamant, der auf den richtigen Schliff wartet! Tag für Tag macht er Fortschritte. Wir haben zueinander gefunden. Die Freude ist zurückgekommen, die Enttäuschung ist ganz verschwunden. Samson gehört zu uns und wir möchten ihn nicht mehr missen. Danke für unseren neuen Freund.
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