Erfahrungsbericht von Mandy-5 neu Jolie und Mezi-2 neu Rona aus Ungarn
Publiziert: Mittwoch, 10.07.2024
Liebes AnimalHappyEnd Team, liebe Hundeinteressierte, untenstehend unsere Erfahrung mit der Adoption zweier StaffMixes:
- Jolie, ehemals Mandy5, die im August 23 zu uns kam, wahrscheinlich ein Staffordshire Bullterrier, wird oft als BullyMix bezeichnet
- Rona, ehemals Mezi2, die im November 23 kam. Ein etwas zu klein geratener Amstaff.
Da wir im Kanton Schwyz leben, war es für uns von Beginn an klar, eine Rasse zu adoptieren die es eher schwer hat. Kenntnisse über StaffMixes hatten wir keine und wir wurden extrem positiv überrascht. Sie sind beide absolute Multitalente:
Schmusen? Wann immer möglich, auch mit fremden Leuten die sie schnell ins Herz schliessen. Sie verfolgen uns auch ständig überall hin und lassen uns nicht alleine. Sie wollen immer bei einem sein.
Wandern? Am besten jeden Tag mehrere Stunden quer durch den Wald
Hol- und Bring-Spiele? Tennisbälle und Stöcke sind der Favorit
Spurensuche? Rona war die beste in der Gruppe obwohl ein Weimaraner und Labrador dabei waren. Wir werden jetzt Mantrailing trainieren
"Jagen"? Haben wir nicht ausprobiert, aber sobald Jolie ein Wildtier riecht, bleiben sie angespannt stehen und "zeigt an" wie ein Vorstehhund mit der gehobenen Pfote und Nase in der Richtung des Geruchs
Aufpassen? Jede Nacht und auch tagsüber wenn sie Geräusche ausserhalb der Wohnung hören, die ihnen verdächtig vorkommen, rennen sie in die Richtung des Geräusches und geben ein tiefes "WUFF" von sich. Erst wenn ich nachkomme und kontrolliere, dass alles in Ordnung ist, kommen sie wieder zurück.
Beschützen? Rona merkt sofort wenn wir uns in einer Situation unwohl fühlen und "wächst" dann in die Höhe, macht sich breit und bellt.
Spielen mit anderen Hunden? Solange diese nicht auf Krawall aus sind, kommen sie mit fast jedem klar. Von einem Zwergdackel, über Frenchies bis zu Rottweilern und Ridgebacks ist alles dabei bei ihren Spielkameraden.
Agilitytraining? Beide sind regelmässige Gäste bei Veranstaltungen, bei denen junge Schulkindern lernen, mit Hunden umzugehen und dabei durch einen Agilitykurs gehen. Sie haben grosse Freude dabei und die Kinder ebenfalls. Beide sind total kinderlieb.
Zur Erziehung ist zu sagen, dass beide einen unglaublichen "Will to please" haben, aber nicht unbedingt das beste Gedächtnis, d.h. sie wollen lernen, lernen auch schnell, aber wenn man nicht regelmässig übt, vergessen sie das Gelernte auch wieder. Wichtig ist, dass sie von Anfang an Liebe spüren, dann machen sie alles für einen.
Für viele ist neben den Regularien (da muss man sich tatsächlich immer gut erkundigen bevor man ins Ausland geht) auch das Image von Listenhunden abschreckend. Unserer Erfahrung nach (und wir sind innerhalb der Schweiz und nach Deutschland einige Male mit den beiden verreist), muss man sich da keine Sorge machen - ganz im Gegenteil.
7 von 10 (bei Personen aus Asien und Amerika sogar 9 von 10) sind überaus positiv eingestellt. Von "Oh wie schön", über "Dürfen wir Fotos machen?" bis ungefragtes auf die Knie gehen und Umarmen kommt alles vor. Wenn wir in Kaffees/Restaurants sind, kommen oft Leute und fragen ob sie sie streicheln dürfen. Rona geht dann ab und zu zu diesen Leuten mit an den Tisch und verbringt die nächsten 30min mit ihnen. Als wir an einer Veranstaltung waren, war Jolie der Star des Abends. Viele kamen in der Pause zu uns und wollten die Rasse wissen oder haben mit ihr gespielt. Als ich mit Rona durch die Zürcher Bahnhofsstrasse gelaufen bin, kamen Leute auf mich zu um mir zu sagen, was für ein toller Hund das ist oder dass dies die beste Rasse sei, wir Menschen nur leider zu blöd sind und diese ***** Gesetze erlassen.
2 von 10 sind vorsichtig interessiert. "Ist das ein Pitbull?" hören wir oft. Oder "Sind die nicht verboten?". Dann erklären wir was das für Hunde sind, was Listenhunde sind und was es damit auf sich hat. Oft streicheln diese Personen die beiden dann. Und wenn sie sie kennengelernt haben, freuen sie sich, wenn sie die beiden treffen.
1 von 10 ist leider tatsächlich sehr negativ eingestellt. Kinder (und auch Hunde) werden weggezogen, wir werden böse angeschaut und auch unfreundlich auf unserer "Kampfunde" und "Viecher" angesprochen und dass wir diese doch wegnehmen sollten. Da kann man leider nichts machen.
In Summe habe die beiden unserer Erwartung bei Weitem übertroffen und wir würden immer wieder solche Hunde zu uns nehmen. Sie sind sehr schnell Teil unserer Familie geworden und nicht mehr wegzudenken (auch wenn sie ab und zu Löcher in unsere Socken machen oder andere Dinge anknabbern).
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