Erfahrungsbericht von Moki-2 aus Ungarn
Publiziert: Montag, 08.04.2024
Eigentlich war ja nur mal ein Probespaziergang geplant….. Doch schon nach einigen hundert Meter war klar, Moki passt zu Merla und uns. Das fand er offensichtlich auch, denn als wir Merla ins Auto hoben, sprang er kurzerhand hinterher. Also kam er etwas überraschend mit uns nach Hause.
Parat war natürlich nichts, doch hatten wir ja genug an Leinen, Körbli, Spielsachen und Co. Nur Futter musste ich noch besorgen. Ich wollte es besonders gut machen und holte beim Tierarzt ein Magenschonfutter.
Im neuen Zuhause angekommen, wurde alles sehr sehr vorsichtig beschnüffelt. Moki war sehr ängstlich, jedes Geräusch und jede abrupte Bewegung liess ihn flüchten. Er zeigte sich aber auch sehr verschmust und anhänglich. Im Freien fühlte er sich viel sicherer und lief tip top an der Leine. Auch das Versäubern im Garten war gar kein Problem für ihn. Die ersten 48 Stunden blieb er im Hauseingang liegen. Geräusche wie TV, Radio, Dunstabzug, versetzten ihn in Angst und Schrecken. Am 3. Tag begab er sich dann in ein Körbchen im Wohnzimmer, danach neben das Sofa und seit dem 4. Tag gehört das Sofa ihm.
Mit der Verdauung haperte es etwas trotz Diätfutter. Er hatte meist Durchfall. Nach einigem Ausprobieren klappte es mit Rind, Karotten und Kartoffeln.
Jetzt barfe ich auch bei ihm, jedoch neigt er weiterhin zu Verdauungsproblemen.
Seine Ängstlichkeit ist sehr unterschiedlich. V.a. bei Männer, welche sich bewegen. Sitzen sie mal still, lässt er sich gerne von allen streicheln. Er hat Tage, da schrickt er wieder ständig zusammen, wenn wir uns bewegen und er braucht viel Raum um zu weichen. Im Freien hat er das gar nicht. Da scheint ihn nichts aus der Ruhe zu bringen. Überhaupt ist er sehr gerne im Freien, da riecht es so toll. Insbesondere seit wir am Waldrand wohnen. Schnüffeln ist seine grosse Leidenschaft und wenn es gerade besonders frisch duftet, kann er schon mal seine Manieren vergessen und abhauen. Mit der Schleppleine hat er jedoch schon grosse Fortschritte gemacht und sein Apell hat sich sehr verbessert.
Moki zeigt das Anhängliche, Verschmuste vom Labi (auch bädälä ist toll) und den Jagdtrieb möglicherweise vom Beagle. Auch heisst es achtsam sein, wenn mir jemand auf der Strasse begegnet und ich etwas plaudern möchte. Da kann er sich mal ganz langsam anschleichen und den Stoff der Hose testen.
Mit Merla versteht sich Moki sehr gut. Das heisst, sie zeigt sich sehr tolerant ihm gegenüber. Er ist eher etwas tollpatschig und fordert viel Aufmerksamkeit, drängelt sie gerne weg. Solange es nicht ums Essen geht, zeigt Merla sich geduldig.
Gesundheitlich hat Moki einige kleinere und grössere Baustellen. Seine Zähne sind nicht so toll und er neigt zu Zahnstein und Zahnfleischentzündung. Die Verdauung ist eher heikel und er scheint eine Verletzung an der Wirbelsäule gehabt zu haben. Dort ist ein Lendenwirbel völlig abgedreht (gemäss Osteopathin). Auch seine Hüftstellung ist etwas abnormal. Grundsätzlich schränkt ihn das kaum ein. Wenn er mal zu viel im Schnee getobt hat, scheint er danach schon Schmerzen zu haben und wir schonen dann wieder etwas.
Wir kennen ja die Vorgeschichte von Moki nicht gross. Es ist einfach so, dass er sich im Lendenbereich teilweise nicht gerne anfassen lässt und dass er sogar erschrickt, wenn beim Spazieren ein Kieselstein neben ihm hinfällt. Liegt er auf dem Sofa oder ihm Körbli, lässt er sich wohlig überall anfassen und kann nicht genug Streichler bekommen.
Mit seiner Zahnstellung und den Kulleraugen bringt er uns einfach immer wieder zum Schmunzeln. Er ist ein feiner Kerl und wird immer selbstsicherer. Er lernt sehr schnell und rennt viel und gerne. Ich bin mir sicher, dass er mit Geduld, Liebe und Konsequenz sich von seinen Traumatas erholen kann und seine Ängstlichkeit weiter abnehmen wird. Wir sind sehr dankbar, dass dieser tolle Hund den Weg in unsere Familie gefunden hat.
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