Ausgepresst und weggeworfen – missbrauchte Zuchthunde für Billigwelpenproduktion
Publiziert: Freitag, 27.11.2020 (Kommentare: 4)
Wer sich für wenig Geld über eine fragwürdige Internetseite einen kleinen modetrendigen Rassehund aus dem Osten anschaffen will, sollte sich der meist kostspieligen Folgen sowie der Mitschuld an kaum vorstellbarem Leid unzähliger für die Zucht missbrauchter Hunde bewusst sein.
Einige dieser ausrangierten, für die Händler uninteressant gewordenen Zuchtmütter haben bei uns ein Zuhause gefunden. Im geschützten Rahmen können sie ihr jahrelanges Martyrium hinter sich lassen und die ihnen noch verbleibende, oft kurze Lebenszeit hundgerecht verbringen. Ihre ausgezehrten Körper und leeren Augen erzählen von einer Zeit des Grauens - einem Leben in dunklen Käfigen, einem Leben ohne Tageslicht, einem Leben ohne Zuneigung. Die Hündinnen werden zu eigentlichen Gebärmaschinen umfunktioniert, und sobald ihre ausgepressten Körper für die profitable Zucht unbrauchbar geworden sind, werden sie ausgesetzt oder bestenfalls in ein Tierheim abgeschoben. Dasselbe Schicksal erfahren die Rüden, wenn sie nicht mehr fähig sind, einträglichen Nachwuchs zu zeugen. Eine Vermittlung solch gebeutelter Wesen ist in den meisten Fällen kaum mehr möglich.
Nebst den psychischen Leiden haben sie auch mit körperlichen Beschwerden wie Herz- und Augenproblemen, Patellaluxationen etc. zu kämpfen. Viele dieser Erkrankungen sind vererblich, dennoch wird skrupellos weitergezüchtet mit dem Resultat, dass die meisten Welpen das Licht der Welt bereits krank erblicken. Die Jungen werden ihren Müttern häufig zu früh entrissen, um dem Händler bei der Übergabe kurz vor der Schweizer Grenze möglichst bald einen bescheidenen Betrag (rund 200 Euro) von den neuen Besitzern einzubringen. Diese merken allerdings erst später, dass das Hündchen kein Schnäppchen war; die Tierarztkosten ergeben aufgrund zahlreicher Krankheiten schnell ein anderes Bild. Dann bleibt für die nichtsahnenden Welpen nur zu hoffen, dass sie künftig um- und trotz der unerwarteten Zusatzkosten nicht auch entsorgt werden.
Diesem weiteren üblen, trotz tiefer Verkaufspreise höchst lukrativen Geschäft mit wehrlosen Tieren kann nur ein Riegel geschoben werden, indem es unrentabel wird. Zukünftige Hundehalter sollten daher sowohl der Hunde als auch ihrer selbst willen verdächtige Angebote aus dem Ausland meiden, sich an seriöse Züchter halten oder einem der vielen wartenden Tierheimhunde ein neues, sicheres und liebevolles Zuhause bieten.
Kommentare
Kommentar von Marlis Brunner |
Unglaublich und unvorstellbar traurig. Es bricht das Herz, diese armen Geschöpfe. Ich möchte eigentlich gerne eine Patenschaft übernehmen. Melden Sie sich doch bei mir
Wünsche ganz viel Kraft, weiter zu machen, lichtvollr Weihnachtstage und alles gute fürs 2021.
Marlis Brunner
PS meiner kleinen Hündin (Mami/Missy) welche ich vor 3 Jahren zu mir nahm geht es blendend. Wir sind glücklich miteinander. Sie ist ein ganz grosses Geschenk für mich
Kommentar von Susanne Muff |
Es rührt einem zu Tränen, es tut weh solche Bilder und Geschichten zu sehen und lesen.
Darum ein grosses Dankeschön, das es so tierliebende Menschen gibt wie ihr ANIMAL Happyend.
Mein Mann und ich , sind froh und glücklich dass wir damals von 3 Jahren das süsse Energiebündel (Julia) jetzt Yma übernommen hatten. Wir könnten kein Tag ohne sie uns mehr vorstellen.
Ein gutes 2020 mit hoffentlich keinem Virus mehr, damit keine Hunde noch mehr dazu leiden, hungern und warten müssen, für ein besseres Leben. Susan
Kommentar von Janine Cirini |
Ich adoptiere seit 2008 nur noch "ausrangierte" Vermehrerhunde, einige Vereine haben sich auf diese armen Geschöpfe "spezialisiert". Man braucht Geduld, Liebe und viel Geld (oder eine kulante Tierversicherung), denn jeder Hund hatte so spezielle Gebrechen, dass wir seit Jahren Dauergäste im Tierspital Zürich sind. Ich würde es zwar immer wieder tun, aber viele wollen halt einen "gut funktionierenden" Hund ...
Kommentar von Vera Berlese |
Ich stelle immer wieder von Neuem fest: Es gibt nur eine Bestie auf dieser Welt und das ist der Mensch. Unglaublich, wozu Menschen fähig sind. Und es sind ja nicht nur die "Züchter" noch schlimmer sind die "tierliebenden" Käufer, die eigentlich genau wissen, wieso die Welpen zu billig zu kaufen sind. Aber wie heisst es so schön: Geiz ist geil.......
Einen Kommentar schreiben