Unsere Weihnachtsgeschichte - Felix
Publiziert: Samstag, 19.12.2020 (Kommentare: 9)
Félix – seine lange Reise vom Kettenhund zum geliebten Familienmitglied
Im Mai 2018 wurde der verängstigte Rüde mit den traurigen Augen in Ungarn herrenlos aufgefunden und ins Tierheim gebracht. Er trug ein Lederhalsband; an dessen Ring war ein Draht befestigt und dort wiederum hing eine Kette. Dieser Anblick und die Panik, die Félix total blockierte, liess nur erahnen, welches traurige Schicksal ihm widerfahren war. Bestimmt musste er ein erniedrigendes Dasein als Kettenhund fristen und viele Enttäuschungen und Entbehrungen erleben. Ob ihm die Flucht aus seinem Märtyrium gelang oder er einfach auf der Strasse „entsorgt“ wurde, werden wir wahrscheinlich nie erfahren.
Félix hatte wohl grosse Schmerzen und liess niemanden an sich heran, um das Halsband zu entfernen. Unter Betäubung konnte er dann von seinen „Fesseln“ befreit und untersucht werden. Mehrere seiner Zähne waren abgebrochen (Félix wird wohl versucht haben, sich selber von der Kette zu befreien) und verursachten zusätzlich starke Schmerzen.
Der gepeinigte Rüde hatte das Vertrauen in die Menschen total verloren; zu tief waren die (seelischen) Wunden. Seine Angst, erneut verletzt zu werden, nahm in den ersten Wochen seines Tierheimdaseins total Überhand. Félix liess lange Zeit keine Berührungen zu und war auch nicht bereit, sich eine Leine anlegen zu lassen, damit er ein Stück Freiheit bei einem Spaziergang hätte erleben können. Er wollte einfach nur in Ruhe gelassen werden ...
Im Verlauf des Sommers ging es dank dem unermüdlichen Einsatz seiner Betreuer dann doch Stück für Stück in eine positive Richtung und Félix durfte im August 2018 in die Schweiz einreisen. Bei seiner Pflegefamilie durfte er einfach sein, sich erholen, Schutz und gutes Futter geniessen. Obwohl ihn seine neuen Menschen am liebsten in den Arm genommen und mit viel Zuneigung verwöhnt hätten, mussten auch sie sehr viel Geduld aufwenden. Mit enormem Einfühlungsvermögen und ihrer grossen Erfahrung konnten sie Félix Tag für Tag etwas mehr Sicherheit vermitteln und an seinem Vertrauen arbeiten. Lange Zeit verliess Félix seine Hütte nur ganz selten und kam nur nachts raus zum Fressen, wenn er allein war. Selbst vor anderen Hunden hatte er Angst und scheute deren Annäherung.
Seine Pflegefamilie begann, Félix nur noch aus der Hand zu füttern. So konnten sie nach und nach erleben, wie der Hundemann ihnen stetig mehr vertraute und endlich auch erkannte, dass nicht alle Menschen es schlecht mit ihm meinten. Ausser den minimalen Kontakten und Berührungen beim Füttern, liess er weiterhin keinen Körperkontakt zu und zog sich auch immer schnell wieder zurück. Das Misstrauen und die Spuren der Vergangenheit sassen immer noch sehr tief.
Seine „Mauer“ wurde Stück für Stück abgebaut und inzwischen hat Félix eine riesige Wandlung durchgemacht: er hat das Ball Spielen entdeckt, liebt es, mit seiner „Chefin“ und Vertrauensperson zu kuscheln und lässt sich sogar zu Spaziergängen überreden. Der liebe Hundemann hat in einem langen Prozess gelernt seinen neuen Menschen zu vertrauen und belohnt nun die ganze Familie mit seiner Lebensfreude und seiner Dankbarkeit.
Félix‘ Geschichte ist ein unvergessliches Beispiel dafür, dass sich unser Einsatz für jedes Lebewesen lohnt, egal wie viele Steine aus dem Weg geräumt und wie viele Hürden gemeistert werden müssen. Die treuen Hundeaugen sind der Lohn für die immense Arbeit und sind unbezahlbar!
Kommentare
Kommentar von Max Bonnet |
Am 23. Juli musste ich unsere Pipa, die wir vor vor 7 Jahren bei ihnen adoptiert haben einschläffen, da sie einen Darmkrebs hatte. Meine Kinder und Bekannte rieten mir wieder einen Hund zu adoptieren. Meine neue 4 beinige Tochter heisst Gioia, 5 Jahre alt und ist ebenfalls ein Strassenhund aus Neapel.Felix hat das gleiche Gesicht, die gleichen Haare, die gleiche Grösse etc. Wenn die beiden neben einander sitzen würden, wäre es sehr schwierig, wer Felix oder Gioia ist.
Vielen Dank für ihren Einsatz. Herzliche Grüsse Gioia und M. Bonnet
Kommentar von Barbara Aregger |
Was für eine wunderbare Geschichte! Félix bedeutet "der Glückliche"... endlich ...!
Kommentar von Gangl Sonja |
Sehr schöne Geschichte. Er ist wunderschön geworden. Danke für eure Arbeit.
Kommentar von Susanne Seiler |
So müsste es allen misshandelten Tieren dieser Welt gehen!
Kommentar von Beth |
Gelesen am Sonnwendtag und einen Lichtblick mehr erlebt durch diese Geschichte von Felix. Ich danke im Namen aller gepeinigten Tiere für diesen Mutmacher und Ihren unermüdlichen Einsatz.
Kommentar von Simona Leppa |
was für eine wunderschöne Geschichte und was für ein toller Hund! Danke fürs teilen, Félix alles liebe und gute und das er weiterhin Vertrauen schöpft.
Kommentar von Jasmin Aeberli |
Danke animal-happyend! Das sind meine Lieblingsgeschichten! Hoch lebe Félix und seine neuen Menschen, die das möglich machten ❤️
Kommentar von adelheid hess |
was für eine schöne weihnachtsgeschichte ! danke !
Kommentar von Susan |
So eine berührende Geschichte! Vielen Dank Animal-happyend für Euren Einsatz und auch lieben Dank an die Pflegenden von Felix und natürlich allen anderen Hunden! Frohe Festtage!
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